Freitod - Weblog zum Selbstmord
[mit unsäglich origineller GIF-Animation]
 
Mittwoch, 14. April 2004


Steinbeck: Straße der Ölsardinen

Er sagte sich, daß er an dem traurigen Vorfall nichts hätte ändern können, aber er wünschte, er hätte es vorher gewußt und hätte versucht zu helfen. Des Menschen Recht, sich den Tod zu geben, war für ihn unbestreitbar; diese Anschauung wurzelte tief in seinem menschlich duldsamen Gemüt. Aber manchmal könnte ein Freund die Ausübung dieses unverletzlichen Rechtes unmöglich machen, dachte er bekümmer. (John Steinbeck: Die Straße der Ölsardinen, S. 12)


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Freitag, 9. April 2004


Selbstmord und andere Albernheiten

Die Apokalypse liegt längst hinter uns. Die Gorgone war schon da und läßt schön grüßen; mit steinernem Gesicht warten und warten wir hoffnungsfroh, ob nicht vielleicht doch noch etwas nachkommt, ehe die Sinnesorgane komplett zu Granit werden, aber was hätten wir denn davon? Das neugeborene Kind wird indes im Kreißsaal mit einem Konfettiregen empfangen und gekitzelt, damit es lacht. Lach doch. Es wird schon schön werden, wenn du etwas aus deinem Leben machst. In dieser Welt setzt die Vernunft aus und vernichtet sich selbst, sodaß jede Handlung Unsinn ist und nur noch als Symbol dienen kann: Lethargie ist Anarchie und das beste ist immer, gelähmt zu sein." (Quelle: Frank Michler)


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Den Rausch vorgezogen

Ich bin ihr verfallen, und du weißt es, wie ich leide, wie ich mich an der Grenze bewege, manchmal mit der Pistole spiele, denn eine Kugel genügt, diesem Elend, das ich für Glück halte, ein Ende zu bereiten, aber dann ziehe ich doch, unvernünftig und nicht verrückt, den roten Ungarn vor, den Rausch und diesen Rest von Hoffnung, Julia zu gewinnen, ihre Liebe zu wecken. (Peter Härtling: Hoffmann oder Die vielfältige Liebe, S. 187)


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... aus der unsichtbaren Welt

Selbstmord - der letzte Ausweg oder cooler Kick?. Als Unterpunkt dieser skurrilen esoterischen Seite die Frage: Wie kann man Selbstmördern nach ihrem Tode helfen?


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Donnerstag, 8. April 2004


Dann lebe ich eben weiter...

Robert Lord Clive "von Indien" mißlang es 1744 zweimal, sich zu erschießen. Nach dem zweiten Versuch erklärte er: "Offenbar hat die Vorsehung noch etwas mit mir vor. Dann werde ich eben weiterleben." (Karl Shaw: Die schrägsten Vögel der Welt. Lexikon der Exzentriker, S. 109)


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Täter wollte sterben

Der nach dem Fünffachmord von Augsburg festgenommene mutmaßliche Täter Ali G. (37) hat in seiner Gefängniszelle in der südtürkischen Stadt Adana einen Selbstmordversuch unternommen. Der Türke schnitt sich mit einem Rasiermesser den Hals auf, Wächter fanden ihn blutüberströmt auf dem Boden seiner Zelle liegend. Der Notarzt stoppte die Blutung. Ein Justizsprecher: "Es besteht keine Lebensgefahr." Ali G. bestreitet bisher, etwas mit dem furchtbaren Verbrechen zu tun zu haben. Die Polizei in Augsburg hat ihn jedoch anhand eines genetischen Fingerabdrucks eindeutig als Täter identifiziert. Er hatte seine Frau (29), seine Stieftochter (7), zwei weitere Familienangehörige und einen Freund erstochen. [X]


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Dienstag, 6. April 2004


Killing me softly – Todesarten

Todesarten - Künstlerin tot. Kunst gelungen? Wirft der Suizid einer Künstlerin zwangsläufig ein neues Licht auf ihr Werk? Oder wird er vielmehr romantisiert und mit schamloser Neugier ausgeschlachtet? Darüber handelt der im AvivA-Verlag erschienene Band Killing me softly – Todesarten. Fotografisch und literarisch werden darin Wege von Künstlerinnen, die den Freitod gewählt haben, nachempfunden und inszeniert. Porträtiert sind u.a. Ingeborg Bachmann, Sarah Kane, Sylvia Plath, Anne Sexton und Unica Zürn. Weitere Informationen hier und hier.


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Romeo Dallaire

Wenn Bilder quälend werden - ein Schock fürs Leben:

"The impact of the trauma of Rwanda had physically affected my brain and had put me in a state where there was no capability left of any desire for life, ...".


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Donnerstag, 25. März 2004


Über A.L. Kennedy

Gerne wird auch ihr Selbstmordversuch erwähnt, dabei lässt sich gerade an ihm viel über den Humor der 38-jährigen Schottin erzählen: Mit Anfang 30 hatte A. L. Kennedy ein gebrochenes Herz, eine Schreibblockade und saß schon auf dem Fensterbrett, als von der Straße ein schottisches Volkslied zu ihr drang, "Mhairis Wedding". Zu diesem "besonders misslungenem Beispiel pseudo-keltischer Kitschkost" wollte sie keinesfalls hinunter springen. "Das wäre so, als würden Sie als Deutsche ihrem Leben ein Ende setzen, während die Leute um Sie herum sich mit Sauerkraut bewerfen." Sie stieg vom Fensterbrett und fing wieder an, zu schreiben. [X]


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Samstag, 20. März 2004


Kabarett

In den Hamburger Kammerspielen hatte das Programm kopfüber - Bunter Abend für Selbstmörder des Düsseldorfer Kom(m)ödchens Premiere.


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Sonntag, 14. März 2004


Die hilfreiche Hand

Die Welt: Irgendwann hilft die Heldin einer Mutter, deren Kinder gerade bei einem Selbstmordanschlag getötet wurden, sich die Pulsadern aufzuschneiden. Halten Sie das für einen mitmenschlichen Akt?

Sibylle Berg: Absolut. Es gibt Situationen im Leben, wo der Tod wirklich die tröstlichste Alternative ist. Und es ist sehr gnädig, dann zu helfen - das ist, wie wenn man einen Kinderwagen in eine Straßenbahn schleppt. [X]


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Freitag, 12. März 2004


Schneeland

"Schneeland" erzählt von der radikalen Liebe zwischen Ina (Julia Jentsch) und Aron (Thomas Kretschmann), die beide tief in Schuld verstrickt sind und gemeinsam versuchen, ihrem Schicksal zu trotzen. Dieser Liebe kommt viele Jahre später die Schriftstellerin Elisabeth (Maria Schrader) in der Schneewüste des schwedischen Hochlandes auf die Spur. Elisabeth, die zum Selbstmord bereit ist, entdeckt dabei die archaische Urgewalt dieser Beziehung und findet ins Leben zurück. [X]


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Abschiedstorte

In der fünften Episode der neuen Internats-Serie "18 - Allein unter Mädchen" beschließt Silke (Paula Birnbaum), sich vor lauter Frust das Leben zu nehmen. Ihre Mitschüler erweisen ihr einen zweifelhaften Freundschaftsdienst und schenken ihr eine "Abschiedstorte" - zu sehen am 15. März 2004 um 22.15 Uhr auf ProSieben. [Weiter]


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Geklaut beim Salbader
Geklaut beim Salbader

Hinweis in eigener Sache
Das Weblog Freitod definiert schon mit seinem Namen das Thema, das es enthält: Aspekte des Suizids sollen in gesellschaftlicher, kultureller und wissenschaftlicher Hinsicht erörtert werden. Freitod ist ein kollaboratives Weblog, das allen registrierten Antville-Usern ermöglicht, sich zu beteiligen, indem sie entweder Einträge verfassen oder Kommentare zu den Einträgen schreiben können. Abgrenzend sei gesagt, dass nicht um Sinn und Daseinsberechtigung des Freitodes diskutiert werden soll und dass es sich auch nicht um ein Selbshilfeforum für Gefährdete oder betroffene Angehörigen handelt.

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