Freitod - Weblog zum Selbstmord
[mit unsäglich origineller GIF-Animation]
 
Sonntag, 3. September 2017


Mental Health - psychische Gesundheit

"England is in the midst of a unique national experiment, the world’s most ambitious effort to treat depression, anxiety and other common mental illnesses.

The rapidly growing initiative, which has gotten little publicity outside the country, offers virtually open-ended talk therapy free of charge at clinics throughout the country: in remote farming villages, industrial suburbs, isolated immigrant communities and high-end enclaves. The goal is to eventually create a system of primary care for mental health not just for England but for all of Britain.

At a time when many nations are debating large-scale reforms to mental health care, researchers and policy makers are looking hard at England’s experience, sizing up both its popularity and its limitations. Mental health care systems vary widely across the Western world, but none have gone nearly so far to provide open-ended access to talk therapies backed by hard evidence. Experts say the English program is the first broad real-world test of treatments that have been studied mostly in carefully controlled lab conditions..."

Benedict Carey fasst für die New York Times dieses tatkräftige Projekt zusammen, das unterstützt wird durch eine öffentlichkeitswirksame Initiative von William, Harry und Kate:


Freitag, 1. September 2017


Facebook Suicide Prevention Tools

"Facebook is in a unique position — through friendships on the site — to help connect a person in distress with people who can support them. It’s part of our ongoing effort to help build a safe community on and off Facebook.

Today we’re updating the tools and resources we offer to people who may be thinking of suicide, as well as the support we offer to their concerned friends and family members:

  • Integrated suicide prevention tools to help people in real time on Facebook Live
  • Live chat support from crisis support organizations through Messenger
  • Streamlined reporting for suicide, assisted by artificial intelligence

Already on Facebook if someone posts something that makes you concerned about their well-being, you can reach out to them directly or report the post to us. We have teams working around the world, 24/7, who review reports that come in and prioritize the most serious reports like suicide..."

via axios.com.


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Mittwoch, 30. August 2017


Chantal Sébire

eine Nachlese:

"Sébire starb zwei Tage nach der Ablehnung ihres Antrags am 19. März 2008 gegen 19:30 Uhr in ihrer Wohnung unter zunächst nicht geklärten Umständen. Die Staatsanwaltschaft Dijon ordnete daraufhin eine Autopsie an. Sie teilte mit, dass Sébire keines natürlichen Todes gestorben sei, sondern sich mit Hilfe starker Barbiturate (Pentobarbital) vermutlich selbst getötet habe. Staatsanwalt Alacchi kündigte weitere Untersuchungen an, um herauszufinden, wie und mit wessen Hilfe Sébire in den Besitz dieses Medikaments gelangt sei. "Ich werde aber den menschlichen Aspekt dieses Falles nicht aus den Augen verlieren", ergänzte er dazu.

Anfang April 2008 verschwanden 15 oder 20 Stücke des im Krankenhaus von Dijon gelagerten versiegelten Beweismaterials spurlos, wobei nie geklärt werden konnte, ob es sich um einen Diebstahl oder Schlamperei handelte. Das im Juni 2008 eröffnete Ermittlungsverfahren wegen aktiver Sterbehilfe wurde im März 2009 ergebnislos eingestellt, da die Staatsanwaltschaft nicht herausfand, wer der in Frage kommenden Personen (verdächtigt wurden ihre Kinder, ihre Haushaltshilfe, ihr Hausarzt, ihr Anwalt und Laborpersonal) Sébire die Barbiturate verschafft hatte."

Wikipedia, Stand 30.08.2017.

Warum? Weil.


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Donnerstag, 24. August 2017


Stay

"Dr. Sam Foster ist ein Psychiater, der von seiner erkrankten Kollegin Dr. Elisabeth Levy die Behandlung ihres Patienten Henry Letham übernimmt. Der junge Mann ist depressiv und gibt mysteriöse Vorhersagen von sich. Schließlich kündigt Henry an, sich in wenigen Tagen, und zwar an seinem 21. Geburtstag um Mitternacht, das Leben zu nehmen. Dies ist insofern ein Alarmzeichen für Foster, als seine Freundin Lila ebenfalls einen gescheiterten Selbstmordversuch hinter sich hat.

Foster versucht verzweifelt, Letham umzustimmen, doch je mehr er dies tut, umso unerklärlicher werden die Ereignisse, denen er ausgesetzt ist: Er trifft auf Menschen, die wie aus dem Nichts auftauchen oder schon seit Jahren tot sind. Man merkt, dass die Hilfeversuche Fosters in einer anderen Realitätsebene stattfinden (ähnlich, wie in einem Traum).

[Ab hier sollte nicht weiterlesen, wer die Auflösung nicht vorab wissen will.] In der Wirklichkeit aber liegt Letham im Sterben, da er durch einen Reifendefekt einen schweren Autounfall hatte. Mit ihm im Auto waren seine Mutter, sein Vater und seine Freundin, welche sofort tot waren. Am Ende des Films wird deutlich, dass die ganze Handlung des Films die letzten Sekunden im Leben von Letham sind, die in seinem Gehirn wie eine Geschichte ablaufen und die Darsteller die Menschen sind, die sich am Unfallort befinden, vor allem die Hauptdarsteller Sam Foster und Lila, die den sterbenden Letham am Leben halten wollen."

Quelle: Wikipedia, Stand heute.

Der Film scheint derzeit auf Youtube auch vollständig in Englisch und Deutsch ansehbar zu sein.


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Montag, 21. August 2017


Gespräch eines Lebensmüden mit seiner Seele

Foto: Keith Schengili-Roberts aus dem Ägyptischen Museum, Berlin, via wikimedia/wikicommons

Altägyptische philosophische Betrachtungen, deren Interpretationen späteren religiösen Lehren verblüffend ähneln:

"Adolf Erman sieht in dem Mann jemanden, der am Leben verzweifelt und Selbstmord begehen will. Er wird davon nur zurückgehalten, weil er keinen Nachkommen besitzt, der die nötigen Bestattungsriten vollziehen wird. Sein Ba als Teil seiner Persönlichkeit rät ihm, sich ins Feuer zu stürzen, da ein Leichnam, der zu Asche verbrannt ist, durch seine Nichtexistenz keine Fürsorge mehr benötige.

Alexander Scharff hält den Mann für einen gelehrten Priester und für den Dichter des Gesprächs, der auf Grund der revolutionären Zeitumstände nicht mehr als frommer Ägypter leben und der Gottheit nach altem Brauche opfern kann. Er will sich nicht mit den neuen Anschauungen der Zeit abfinden. Aus Ekel am Leben beabsichtigt er Selbstmord durch Verbrennen zu begehen, mit der Hoffnung auf Unsterblichkeit im Jenseits. Sein Ba versucht ihn als Vertreter der Lebensfreude am Freitod zu hindern und fordert als böser Versucher zum Lebensgenuss auf.

Helmuth Jacobsohn, ein Anhänger der Tiefenpsychologie nach C.G. Jung, hält das Gespräch für ein einzigartiges, persönliches Erlebnis. Ein am Leben verzweifelnder Mensch, der durch die furchtbaren Geschehnisse seiner Zeit das Grauen der Gottesferne und des Gottesverlustes kennenlernt, steht in seiner Qual am Rande des Selbstmords. Seinem traditionellen Denken gemäß muss er den Freitod aber als schwere Sünde ansehen. In dieser Situation, in der sich Erlösungssehnsucht und traditionelles Gesetz unvereinbar gegenüberstehen, gerät der Mann in Widerspruch zu seinem innersten Wesenskern, zu seinem eigenen Ba, den H. Jacobson als psychischen Archetypus auffasst."

Wikipedia m.w.N., Stand 21.08.2017


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Freitag, 18. August 2017


Heite drah i mi ham

Der Song von Georg Danzer ist von Georg Danzer selbst "gecovert" hier anzuhören, und der Songtext z.B. hier nachzulesen.

Gegenstand war er übrigens schon einmal in einer Anmerkung vor 15 Jahren zum Thema: "Selbstmord in Österreich und Wien".


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Donnerstag, 17. August 2017


Einsamkeit ist ungesund.

"Across 148 studies (308,849 participants), the random effects weighted average effect size was OR = 1.50 [...], indicating a 50% increased likelihood of survival for participants with stronger social relationships."

Metastudie von Julianne Holt-Lunstad, Timothy B. Smith und J. Bradley Layton aus dem Jahr 2010.

Mit anderen Worten: Gute soziale Bindungen führen zu einer um 50% erhöhten Wahrscheinlichkeit länger zu leben als einsame Menschen. Suizide sind dabei übrigens (noch) nicht berücksichtigt bzw. bereits herausgerechnet.


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Sonntag, 13. August 2017


"Sprung vom Donauturm"

ist immer noch ein Suchbegriff, der auf diese Seite, aber - zum Glück - nicht zum Thema weiter führt, denn der Donauturm in Wien ist schon seit vielen Jahren abgesichert.

Allerdings gibt es gleichwohl hier Gelegenheit, neben der eindrucksvollen Aussicht einen freien Fall zu erleben. Denn inzwischen wird gelegentlich ein "Freiflug" per Bungee Jump angeboten: Aus 152 Metern beginnt die Abbremsung offenbar nach 38 Metern (und dauert fast einhundert weitere Meter) - was bedeutet: 2,7839 Sekunden echter freier Fall - und damit ausreichend Zeit, um unter abgesicherten Umständen zu versuchen nachzuvollziehen, wie es Kevin Hines und wohl vielen anderen erging, als sie sich unmittelbar nach dem Sprung von der Golden Gate Bridge wünschten, es hätte eine solche Sicherung gegeben.

(Bildquelle: Pressefoto Donauturm Aussichtsturm- und Restaurantbetriebsgesellschaft m.b.H)


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Freitag, 11. August 2017


80 Jahre Golden Gate Bridge

- über ihre traurige Seite und die Hoffnung, durch ein Sicherungsnetz ein "zweites Nachdenken" auszulösen.

Petula Dvorak berichtet für washingtonpost.com.

Das ist nun schon der zweite Bericht eines der wenigen überlebenden Brückenspringers, der sich offenbar mit dem Absprung bewusst wurde, dass er eigentlich nicht springen will - wie bereits Kevin Hines berichtete - hm.


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Dienstag, 8. August 2017


"Have Smartphones Destroyed a Generation?"

Über steigende Zahlen an Suiziden und psychischer Vulnerabilität der Generation "iGen" schlechthin berichtet ausführlich

Jean M. Twenge für The Atlantic:

"...Teens who spend three hours a day or more on electronic devices are 35 percent more likely to have a risk factor for suicide, such as making a suicide plan. (That’s much more than the risk related to, say, watching TV.) One piece of data that indirectly but stunningly captures kids’ growing isolation, for good and for bad: Since 2007, the homicide rate among teens has declined, but the suicide rate has increased. As teens have started spending less time together, they have become less likely to kill one another, and more likely to kill themselves. In 2011, for the first time in 24 years, the teen suicide rate was higher than the teen homicide rate.

Depression and suicide have many causes; too much technology is clearly not the only one. And the teen suicide rate was even higher in the 1990s, long before smartphones existed. Then again, about four times as many Americans now take antidepressants, which are often effective in treating severe depression, the type most strongly linked to suicide...".

(Via axios.com, dort in Schlagworten zusammengefasst.)


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Sonntag, 6. August 2017


"Fahrlässige Tötung" durch Animation zum Suizid?

Der ausführliche Prozessbericht von Katharine Q. Seelye und Jess Bidgood in der New York Times beleuchtet auch die Rechtslage: Experten sehen darin eine Erweiterung der Rechtsprechung zur Reichweite der Normen zu Tötungsdelikten. Letztlich war es wohl eine Würdigung der besonderen Umstände des Einzelfalls, die den Richter zu seiner Entscheidung bewogen haben.
Ob sie Bestand haben wird, ist offen. Das Urteil ist Stand heute jedenfalls noch nicht rechtskräftig, Rechtsmittel wurde offenbar bereits angekündigt.

Eine Zusammenfassung der Entscheidung auf Deutsch bietet hier Spiegel-Online.de:

"Michelle C. trieb ihren Freund Conrad R. mit Kurznachrichten in den Suizid, dafür hatte ein US-Gericht sie schuldig gesprochen. Nun wurde das Strafmaß verkündet." - mindestens 15 Monate Gefängnis bis zur Bewährungsprüfung.


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Donnerstag, 3. August 2017


Über Suizide von Tieren (und deren psychische Krankheiten)

hat hier John Levine (Mic) Einiges an Fakten und noch mehr an Spekulationen zusammengetragen.


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Mittwoch, 2. August 2017


Kevin Hines - "I jumped off the Golden Gate Bridge"

- ein Leben nach dem Suizidversuch, zusammengefasst von Sebastian Fellner für standard.at:

"Um die 10.000 Mal habe er seine Geschichte bereits präsentiert, sagt der 36-Jährige im Interview mit dem STANDARD, im Schnitt hält er an 300 Tagen im Jahr Vorträge. 17 Jahre, nachdem er seinen Suizidversuch überlebte, ist das Thema also Hines' Job geworden. Gemeinsam mit seiner Frau Margaret betreibt er eine Produktionsfirma. Sie koordiniert seine Vortragstermine auf der ganzen Welt, er produziert Dokumentationen zu Suizidprävention und seelischer Gesundheit...",

hier in einem Ausschnitt aus seinem Programm:

Mit einigen Parallelen zu Viktor Staudt.


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Geklaut beim Salbader
Geklaut beim Salbader

Hinweis in eigener Sache
Das Weblog Freitod definiert schon mit seinem Namen das Thema, das es enthält: Aspekte des Suizids sollen in gesellschaftlicher, kultureller und wissenschaftlicher Hinsicht erörtert werden. Freitod ist ein kollaboratives Weblog, das allen registrierten Antville-Usern ermöglicht, sich zu beteiligen, indem sie entweder Einträge verfassen oder Kommentare zu den Einträgen schreiben können. Abgrenzend sei gesagt, dass nicht um Sinn und Daseinsberechtigung des Freitodes diskutiert werden soll und dass es sich auch nicht um ein Selbshilfeforum für Gefährdete oder betroffene Angehörigen handelt.

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