Freitod - Weblog zum Selbstmord
[mit unsäglich origineller GIF-Animation]
 
Dienstag, 21. November 2017


"Ins Glück stolpern"

ist der (marketingtechnisch vermutlich bewusst etwas missverständliche) Titel eines Sachbuchs (und nicht Ratgebers) des Harvard-Professors Daniel Gilbert zur Frage "Was ist Glück?" - mit einem interessanten Aspekt zum Thema dieses Blogs:

"Alle Menschen ohne Ausnahme streben danach, glücklich zu sein, wie verschieden die Wege auch sind, die sie einschlagen; alle haben dieses Ziel. [...] Es ist der Beweggrund aller Handlungen aller Menschen, selbst derer, die im Begriff stehen, sich zu erhängen."

Wiedergegeben auf Seite 71 als Zitat von Blaise Pascal: "Gedanken. Über die Religion und über einige andere Gegenstände", Lambert Schneider, Heidelberg 1978, S. 189.


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Freitag, 17. November 2017


"Fressen, kaufen, Gassi gehen

oder Die Treue hat einen Hund"

Hörspiel von Gabriele Kögl mit einiger Koketterie zum Thema:

"Frustriert vom Leben sind die beiden Frauen, die in die Jahre gekommen sind, in denen die Männer nochmals richtig loslegen meinen zu müssen. Unverhüllt zynisch, liebessehnsüchtig, verzweifelt und konsumbesessen suchen die zwei Damen noch immer nach dem bisschen Glück, das ihnen in Jugendjahren versprochen wurde, sich aber nicht einstellte; und das jetzt vom Alter unbarmherzig begrenzt wird. Die eine will ihr Leid durch den Kauf eines weiteren neuen Mantels zum Verschwinden bringen, die andere besorgt sich einen Hund, um mit des Menschen treustem Begleiter doch noch einen Abglanz von Wärme zu erfahren..."

noch bis 23.11.2017 in der SWR-Mediathek zu hören.


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Donnerstag, 16. November 2017


"Japan Suicide Websites Targeted"

überschreibt die BBC einen Online-Bericht über einen mutmaßlichen japanischen Massenmörder, der seine Opfer wohl unter potentiell suizidgefährdeten Frauen suchte.

Tatsächlich wird anhand dieses Falles einiges durcheinandergemischt - und dahinter letztlich wohl eine gewisse Hilflosigkeit spürbar.


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Freitag, 10. November 2017


The Broken Circle

Gestern in 3sat.de - Fakten und Kritiken auch hier bei Wikipedia.

Um es vorweg zu nehmen: "Der Film fragt, wie wir mit dem Leben umgehen und dem, was es uns zumutet." (s.o. 3sat-Beitrag). Das trifft den Nagel ziemlich auf den Kopf: Keine leichte Kost, die man sich wahrscheinlich nicht zumuten sollte, wenn einen ohnehin gerade Schicksalsschläge oder depressive Krisen ereilt haben. Er hat letztlich allerdings auch positive Seiten, zeigt er doch, welche Schönheit das Leben auch bereithalten kann - in Liebe und Musik - vielleicht als Rückseite des Leidens, und bis ins allerletzte Bild...


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Donnerstag, 9. November 2017


Carl Sargeant

zuletzt Arbeitsminister in Wales:

Suizid nach Freistellung oder Rücktritt im Zusammenhang mit Vorwürfen sexueller Belästigungen.

Die Verfahrensweise war zweifelhaft wegen unterbliebener Bekanntgabe der Details der Vowürfe bei wohl bekannter psychischer Labilität des Betroffenen - BBC veröffentlicht die anwaltliche Korrespondenz und etwas plakativer Daily Mail.com .


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Donnerstag, 2. November 2017


Suizidneigung durch bildgebende Verfahren erkennbar?

"Scientists claim brain imaging could be a vital tool in suicide prevention, thanks to new research that suggests machine learning can identify those at risk of taking their own lives.

Almost 800,000 people die by suicide every year, and unless they forewarn friends, family, or their therapist, those deaths are very difficult to predict – but researchers say biological signs do exist, buried in the hidden patterns of brain activity..."

Eine Zusammenfassung dieser Studie von Peter Dockrill für sciencealert.com.


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Samstag, 7. Oktober 2017


2 Dokumentationen

  1. Tod auf Rezept (bis 5.11.2017 verfüg- oder mit entsprechenden Programmen herunterladbar): Reportage über die Freitodbegleitung eines 52-jährigen krebskranken Mannes.

  2. Sterben in Deutschland: "Pflegeheimbewohner sterben oft nicht nur einsam, sondern werden palliativmedizinisch schlecht versorgt. Odysso zeigt, wie es besser ginge und warum Suizid männlich ist."


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Mittwoch, 4. Oktober 2017


Schusswaffenverbreitung und Suizidrate

Die aktuell wieder auflebende Diskussion um Schusswaffen in den USA bringt manche Statistik zum Thema an den Tag, und darunter die Erkenntnis, dass die meisten Tötungen damit Suizide sind - allerdings soll auch deren Rate mit der Verbreitung bzw. Verfügbarkeit steigen; bildlich in Kurzform z.B. hier zusammengestellt (ab Tafel 9) von German Lopez für vox.com: "Gun violence in America, explained in 17 maps and charts".


Montag, 2. Oktober 2017


Themenabend "Selbstbestimmtes Sterben"

heute im Ersten - Spielfilm und Dokumentation.

Beginnend mit dem Spielfilm "Die letzte Reise":

"Die pensionierte Lehrerin Katharina Krohn blickt auf ein erfülltes Leben zurück. Was vor ihr liegt, möchte die 76-Jährige jedoch nicht mehr erleben. Denn sie leidet schwer unter Arthrose und einer chronischen Lungenerkrankung. In absehbarer Zeit ein Pflegefall zu werden, das will die stolze Dame auf keinen Fall zulassen.

Weil sie es jetzt noch selbst in der Hand hat, plant Katharina, sich mit Unterstützung eines Schweizer Sterbehilfevereins selbst zu töten. Das wollen ihre Töchter unbedingt verhindern..."

Mit Christiane Hörbiger, Suzanne von Borsody, Nina Kronjäger, Burghart Klaussner u.a.


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Sonntag, 3. September 2017


Mental Health - psychische Gesundheit

"England is in the midst of a unique national experiment, the world’s most ambitious effort to treat depression, anxiety and other common mental illnesses.

The rapidly growing initiative, which has gotten little publicity outside the country, offers virtually open-ended talk therapy free of charge at clinics throughout the country: in remote farming villages, industrial suburbs, isolated immigrant communities and high-end enclaves. The goal is to eventually create a system of primary care for mental health not just for England but for all of Britain.

At a time when many nations are debating large-scale reforms to mental health care, researchers and policy makers are looking hard at England’s experience, sizing up both its popularity and its limitations. Mental health care systems vary widely across the Western world, but none have gone nearly so far to provide open-ended access to talk therapies backed by hard evidence. Experts say the English program is the first broad real-world test of treatments that have been studied mostly in carefully controlled lab conditions..."

Benedict Carey fasst für die New York Times dieses tatkräftige Projekt zusammen, das unterstützt wird durch eine öffentlichkeitswirksame Initiative von William, Harry und Kate:


Freitag, 1. September 2017


Facebook Suicide Prevention Tools

"Facebook is in a unique position — through friendships on the site — to help connect a person in distress with people who can support them. It’s part of our ongoing effort to help build a safe community on and off Facebook.

Today we’re updating the tools and resources we offer to people who may be thinking of suicide, as well as the support we offer to their concerned friends and family members:

  • Integrated suicide prevention tools to help people in real time on Facebook Live
  • Live chat support from crisis support organizations through Messenger
  • Streamlined reporting for suicide, assisted by artificial intelligence

Already on Facebook if someone posts something that makes you concerned about their well-being, you can reach out to them directly or report the post to us. We have teams working around the world, 24/7, who review reports that come in and prioritize the most serious reports like suicide..."

via axios.com.


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Mittwoch, 30. August 2017


Chantal Sébire

eine Nachlese:

"Sébire starb zwei Tage nach der Ablehnung ihres Antrags am 19. März 2008 gegen 19:30 Uhr in ihrer Wohnung unter zunächst nicht geklärten Umständen. Die Staatsanwaltschaft Dijon ordnete daraufhin eine Autopsie an. Sie teilte mit, dass Sébire keines natürlichen Todes gestorben sei, sondern sich mit Hilfe starker Barbiturate (Pentobarbital) vermutlich selbst getötet habe. Staatsanwalt Alacchi kündigte weitere Untersuchungen an, um herauszufinden, wie und mit wessen Hilfe Sébire in den Besitz dieses Medikaments gelangt sei. "Ich werde aber den menschlichen Aspekt dieses Falles nicht aus den Augen verlieren", ergänzte er dazu.

Anfang April 2008 verschwanden 15 oder 20 Stücke des im Krankenhaus von Dijon gelagerten versiegelten Beweismaterials spurlos, wobei nie geklärt werden konnte, ob es sich um einen Diebstahl oder Schlamperei handelte. Das im Juni 2008 eröffnete Ermittlungsverfahren wegen aktiver Sterbehilfe wurde im März 2009 ergebnislos eingestellt, da die Staatsanwaltschaft nicht herausfand, wer der in Frage kommenden Personen (verdächtigt wurden ihre Kinder, ihre Haushaltshilfe, ihr Hausarzt, ihr Anwalt und Laborpersonal) Sébire die Barbiturate verschafft hatte."

Wikipedia, Stand 30.08.2017.

Warum? Weil.


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Donnerstag, 24. August 2017


Stay

"Dr. Sam Foster ist ein Psychiater, der von seiner erkrankten Kollegin Dr. Elisabeth Levy die Behandlung ihres Patienten Henry Letham übernimmt. Der junge Mann ist depressiv und gibt mysteriöse Vorhersagen von sich. Schließlich kündigt Henry an, sich in wenigen Tagen, und zwar an seinem 21. Geburtstag um Mitternacht, das Leben zu nehmen. Dies ist insofern ein Alarmzeichen für Foster, als seine Freundin Lila ebenfalls einen gescheiterten Selbstmordversuch hinter sich hat.

Foster versucht verzweifelt, Letham umzustimmen, doch je mehr er dies tut, umso unerklärlicher werden die Ereignisse, denen er ausgesetzt ist: Er trifft auf Menschen, die wie aus dem Nichts auftauchen oder schon seit Jahren tot sind. Man merkt, dass die Hilfeversuche Fosters in einer anderen Realitätsebene stattfinden (ähnlich, wie in einem Traum).

[Ab hier sollte nicht weiterlesen, wer die Auflösung nicht vorab wissen will.] In der Wirklichkeit aber liegt Letham im Sterben, da er durch einen Reifendefekt einen schweren Autounfall hatte. Mit ihm im Auto waren seine Mutter, sein Vater und seine Freundin, welche sofort tot waren. Am Ende des Films wird deutlich, dass die ganze Handlung des Films die letzten Sekunden im Leben von Letham sind, die in seinem Gehirn wie eine Geschichte ablaufen und die Darsteller die Menschen sind, die sich am Unfallort befinden, vor allem die Hauptdarsteller Sam Foster und Lila, die den sterbenden Letham am Leben halten wollen."

Quelle: Wikipedia, Stand heute.

Der Film scheint derzeit auf Youtube auch vollständig in Englisch und Deutsch ansehbar zu sein.


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Geklaut beim Salbader
Geklaut beim Salbader

Hinweis in eigener Sache
Das Weblog Freitod definiert schon mit seinem Namen das Thema, das es enthält: Aspekte des Suizids sollen in gesellschaftlicher, kultureller und wissenschaftlicher Hinsicht erörtert werden. Freitod ist ein kollaboratives Weblog, das allen registrierten Antville-Usern ermöglicht, sich zu beteiligen, indem sie entweder Einträge verfassen oder Kommentare zu den Einträgen schreiben können. Abgrenzend sei gesagt, dass nicht um Sinn und Daseinsberechtigung des Freitodes diskutiert werden soll und dass es sich auch nicht um ein Selbshilfeforum für Gefährdete oder betroffene Angehörigen handelt.

Suchen Sie Erste Hilfe,
ob selbst oder für eine Freundin oder einen Freund
dann sollte Sie dieser Link weiter führen

oder diese pragmatischen Hinweise: "Nur nicht heute."

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Zuletzt aktualisiert: 21.11.2017, 17:08 Uhr
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