Freitod - Weblog zum Selbstmord
[mit unsäglich origineller GIF-Animation]
 
Donnerstag, 28. März 2019


iFight Depression

ist ein Tele-Training, also ein Online-Training gegen Depression:

"Das von der European Alliance Against Depression (EAAD) entwickelte iFightDepression Tele-Training ist ein onlinebasiertes Gruppentraining zur Verbesserung der psychischen Gesundheit. Es richtet sich an Menschen mit depressiven Verstimmungen oder leichten Depressionen, die gerne selbstständig etwas zur Verbesserung ihrer Situation beitragen möchten. Es wird von der Universität Salzburg angeboten und ist daher komplett kostenlos. "

Via Thomas Neuhold für standard.at (Zusammenfassung).


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Mittwoch, 13. März 2019


Schicksale -

"Der Mann aus der nordafghanischen Provinz Balkh sei 23 Jahre alt gewesen und habe acht Jahre lang in Deutschland gelebt, bevor er abgeschoben worden sei."

Die Süddeutsche Zeitung über Abschiebungen nach Afghanistan im Juli 2018.


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Freitag, 8. März 2019


"After Life"

heißt eine neue Serie auf Netflix, die hier von Doris Priesching für standard.at besprochen wurde.

Die Verbindung hierher ist die Beobachtung, dass Suizidgedanken und -witze (gleich mehrmals) als Aufhänger für einen misanthropischen Plot und Selbstfindungsprozess herhalten müssen, was für tatsächlich Betroffene sicherlich nicht so prickelnd ist.

Vielleicht also gute Unterhaltung in filmischer Fiktion, die an der Realität vorbei geht; das ist freilich Privileg des Genres.


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Montag, 4. März 2019


Keith Flint, Musiker, 1969-2019

The Prodigy's - Wunderkind-Daten,
ein Nachruf der BBC, des NME (New Musical Express)
und die Süddeutsche Zeitung.

P.S. Dieses Foto (Link), das fast zeitgleich von axelk bei video.antville eingestellt wurde, zeigt zwar sicherlich nicht die Band, "but also a kind of darkness"....

Und videos.antville.org widmet sich praktisch zeitgleich Keith Flint...


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Sonntag, 3. März 2019


Radetzkymarsch III

"»Hierbleiben!« wiederholten die Offiziere. Die durstigen Männer aber waren nicht zu halten. Einzeln zuerst, dann in Gruppen, liefen die Männer den Abhang hinan; Schüsse knallten, und die Männer fielen. Die feindlichen Reiter jenseits des Bahndammes schossen auf die durstigen Männer, und immer mehr durstige Männer liefen dem tödlichen Brunnen entgegen. Und als sich der zweite Zug der zweiten Kompanie dem Brunnen näherte, lag schon ein Dutzend Leichen auf dem grünen Abhang.

»Zug halt!« kommandierte Leutnant Trotta. Er trat seitwärts und sagte: »Ich werde euch Wasser bringen! Daß keiner sich rührt! Hier warten! Eimer her!« Man brachte ihm zwei Eimer aus wasserdichtem Leinen von der Maschinengewehrabteilung. Er nahm beide, je einen Eimer in jede Hand. Und er ging den Abhang hinauf, dem Brunnen zu. Die Kugeln umpfiffen ihn, fielen vor seinen Füßen nieder, flogen an seinen Ohren vorbei und an seinen Beinen und über seinen Kopf hinweg. Er beugte sich über den Brunnen. Er sah auf der anderen Seite, jenseits des Abhangs, die zwei Reihen der zielenden Kosaken. Er hatte keine Angst. Es fiel ihm nicht ein, daß er getroffen werden könnte wie die anderen. Er hörte schon die Schüsse, die noch nicht gefallen waren, und gleichzeitig die ersten trommelnden Takte des Radetzkymarsches. Er stand auf dem Balkon des väterlichen Hauses. Unten spielte die Militärkapelle. Jetzt hob Nechwal den schwarzen Taktstock aus Ebenholz mit dem silbernen Knauf. Jetzt senkte Trotta den zweiten Eimer in den Brunnen. Jetzt schmetterten die Tschinellen. Jetzt hob er den Eimer hoch. In jeder Hand einen vollen, überquellenden Eimer, von den Kugeln umsaust, setzte er den linken Fuß an, um hinabzugehen. Jetzt tat er zwei Schritte. Jetzt ragte gerade noch sein Kopf über den Rand des Abhangs.

Jetzt schlug eine Kugel an seinen Schädel. Er machte noch einen Schritt und fiel nieder. Die vollen Eimer wankten, stürzten und ergossen sich über ihn. Warmes Blut rann aus seinem Kopf auf die kühle Erde des Abhangs. Von unten her riefen die ukrainischen Bauern seines Zuges im Chor: »Gelobt sei Jesus Christus!«"

Josph Roth, Radetzkymarsch, 21. Kapitel.


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Dienstag, 26. Februar 2019


Richard Gerstl, 1883-1908, Maler

"Gerstl ist ein Pionier des österreichischen Expressionismus. ... [Er] interessierte sich für Philosophie und Musik und knüpfte Beziehungen zu den Komponisten Gustav Mahler und Arnold Schönberg. Nachdem er 1906 Schönberg kennengelernt hatte und dessen Familie malte, entwickelte sich eine Liebesbeziehung zu dessen Frau Mathilde, von der Schönberg schon bald erfuhr. Die Freundschaft zwischen Gerstl und Schönberg, die künstlerisch fruchtbar war (Schönberg kam durch Gerstl selbst zur Malerei), wurde durch Gerstls Verhältnis zu Mathilde, der Schwester Alexander von Zemlinskys, zerstört. Im Sommer 1908 überraschte Schönberg die beiden in flagranti. Obwohl Gerstl mit Selbstmord gedroht hatte, entschloss sich das Ehepaar, wegen der gemeinsamen Kinder beieinander zu bleiben. Gerstl hingegen erhängte sich vor einem Spiegel, von einem Messer durchbohrt."

Quelle: Wikipedia

Wesentliche Werke, darunter auch ein Gemälde, das Mathilde Schönberg zeigt, sind derzeit in der Sonderausstellung "Klimt-Moser-Gerstl" (bis 10.03.2019), aber wohl auch danach weiter im Leopoldmuseum, Wien zu sehen.


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Donnerstag, 21. Februar 2019


Monty Python - Always Look on the Bright Side of Life

"Believe it or not, the song prevented me from suiciding." - Kokan26 in den Kommentierungen dazu:

"


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Mittwoch, 20. Februar 2019


Ludwig Boltzmann

1844-1906, einer der größten Physiker seiner Zeit.


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Freitag, 15. Februar 2019


Radetzkymarsch II

"Im Laufe der Jahre hatte der Hauptmann einen schwer übersichtlichen, äußerst verworrenen Kriegsplan ersonnen, in dem keine Methode, das Glück zu zwingen, außer acht gelassen war: weder die Mittel der Beschwörung noch die der Gewalt, noch die der Überrumpelung, noch die des flehentlichen Gebets und der liebestollen Lockung. Einmal mußte sich der arme Hauptmann, sobald er ein Cœur erwünschte, verzweifelt stellen und der Unsichtbaren im geheimen versichern, daß er, käme sie nicht bald, heute noch Selbstmord begehen würde; ein anderes Mal hielt er es für aussichtsreicher, stolz zu bleiben und so zu tun, als sei ihm die Heißersehnte vollkommen gleichgültig. Ein drittes Mal mußte er, um zu gewinnen, mit eigener Hand die Karten mischen, und zwar mit der Linken, eine Geschicklichkeit, die er mit eisernem Willen nach langen Übungen endlich erworben hatte; und ein viertes Mal war es nützlicher, an der rechten Seite des Bankhalters Platz zu nehmen. In den meisten Fällen allerdings galt es, alle Methoden miteinander zu verbinden oder sie sehr schnell zu wechseln, und zwar so, daß die Mitspieler es nicht erkannten.

Doch! Er kommt! Die Tür geht auf, und Wagners Augen leuchten! Er gibt Trotta gar nicht die Hand! Seine Finger zittern. Alle Finger gleichen ungeduldigen Räubern. Im nächsten Augenblick pressen sie schon einen herrlichen, knisternden Umschlag. »Setz dich hin!« befahl der Hauptmann. »In einer halben Stunde spätestens siehst du mich wieder!« Und er verschwand hinter dem grünen Vorhang.
Die halbe Stunde verging, noch eine Stunde und noch eine. Es war schon Abend, die Lichter brannten. Der Hauptmann Wagner kam langsam näher. Er war höchstens noch an seiner Uniform zu erkennen, und auch diese hatte sich verändert. Ihre Knöpfe standen offen, aus dem Kragen ragte das schwarze Halsband aus Kautschuk, der Säbelgriff steckte unter dem Rock, die Taschen blähten sich, und Zigarrenasche lag verstreut auf der Bluse. Auf dem Kopf des Hauptmanns ringelten sich die Haare des braunen, zerstörten Scheitels, und unter dem zerzausten Schnurrbart standen die Lippen offen. Der Hauptmann röchelte: »Alles!« und setzte sich.
Sie hatten einander nichts mehr zu sagen. Ein paarmal machte Trotta den Versuch, eine Frage zu tun. Wagner bat mit ausgestreckter Hand und gleichsam ausgestreckten Augen um Stille. Dann erhob er sich. Er ordnete seine Uniform. Er sah ein, daß sein Leben keinen Zweck mehr hatte. Er ging jetzt hin, um endlich Schluß zu machen. »Leb wohl!« sagte er feierlich – und ging.
Draußen aber umfächelte ihn ein gütiger, schon sommerlicher Abend mit hunderttausend Sternen und hundert Wohlgerüchen. Es war schließlich leichter, nie mehr zu spielen, als nie mehr zu leben. Und er gab sich sein Ehrenwort, daß er nie mehr spielen würde. Lieber verrecken als eine Karte anrühren. Nie mehr! Nie mehr war eine lange Zeit, man kürzte sie ab. Man sagte sich: bis zum 31. August kein Spiel! Dann wird man ja sehen! Also, Ehrenwort, Hauptmann Wagner!
Und mit frisch gesäubertem Gewissen, stolz auf seine Festigkeit und froh über das Leben, das er sich soeben selbst gerettet hat, geht der Hauptmann Wagner zu Chojnicki. Chojnicki steht an der Tür. Er kennt den Hauptmann lange genug, um auf den ersten Blick zu sehen, daß Wagner viel verloren und wieder einmal den Entschluß gefaßt hat, kein Spiel mehr anzurühren.

Eines Tages besuchte ihn der Hauptmann Wagner, saß lange am Bett, ließ hier und da ein Wort fallen, stand auf und setzte sich wieder. Schließlich zog er seufzend einen Wechsel aus dem Rock und bat Trotta zu unterschreiben. Trotta unterschrieb. Es waren fünfzehnhundert Kronen. Kapturak hatte ausdrücklich Trottas Garantie gefordert. Hauptmann Wagner wurde sehr lebhaft, erzählte eine ausführliche Geschichte von einem Rennpferd, das er preiswert zu kaufen gedachte und das er in Baden laufen lassen wollte, fügte noch ein paar Anekdoten hinzu und ging sehr plötzlich weg.
Zwei Tage später erschien der Oberarzt bleich und bekümmert an Trottas Bett und erzählte, daß Hauptmann Wagner tot sei. Er hatte sich im Grenzwald erschossen. Er hinterließ einen Abschiedsbrief an alle Kameraden und einen herzlichen Gruß für Leutnant Trotta.

Sie hoben die Köpfe und sahen sich an und ließen die Köpfe wieder sinken. So waren sie schon einmal zusammengesessen, nach dem Selbstmord Hauptmann Wagners. Jeder von ihnen dachte an den Vorgänger Hauptmann Jedliceks, den Hauptmann Wagner, jeder von ihnen wünschte heute, auch Jedlicek hätte sich erschossen. Und jedem kam plötzlich der Verdacht, daß sich auch ihr toter Kamerad Wagner vielleicht nur erschossen hatte, weil er sonst verhaftet worden wäre..."

Josph Roth, Radetzkymarsch, diverse Kapitel.


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Mittwoch, 13. Februar 2019


Schriftsteller & Freitod

Podcast (mp3 / PDF / 53 min): "Wenn Schriftsteller ihren Freitod schreibend vorwegnehmen".


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Dienstag, 12. Februar 2019


Radetzkymarsch

"Er war neugierig, der Graf Chojnicki. Keine andere Leidenschaft als die Neugierde schickte ihn auf Reisen in die weite Welt, fesselte ihn an die Tische der großen Spielsäle, schloß ihn hinter die Türen seines alten Jagdpavillons, setzte ihn auf die Bank der Parlamentarier, gebot ihm jeden Frühling die Heimkehr, ließ ihn seine gewohnten Feste feiern und verstellte ihm den Weg zum Selbstmord. Lediglich die Neugierde erhielt ihn am Leben. Er war unersättlich neugierig."

Josph Roth, Radetzkymarsch, elftes Kapitel


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Donnerstag, 10. Januar 2019


Annalise Braakensiek?

Unausgesprochen und ein Leben in Kurzform (Wikipedia, en).


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Montag, 10. September 2018


"Nicht mehr können."

Eine Reportage von Karin Pollack für derstandard.at:

"Philipps Leben dauerte nur 23 Jahre lang – zwischen den schizophrenen Schüben gab es immer wieder Hoffnung, doch weder Ärzte noch seine Familie konnten ihn retten..."

mit umfangreichem Austausch der Leser in den Kommentaren dazu.


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Geklaut beim Salbader
Geklaut beim Salbader

Hinweis in eigener Sache
Das Weblog Freitod definiert schon mit seinem Namen das Thema, das es enthält: Aspekte des Suizids sollen in gesellschaftlicher, kultureller und wissenschaftlicher Hinsicht erörtert werden. Freitod ist ein kollaboratives Weblog, das allen registrierten Antville-Usern ermöglicht, sich zu beteiligen, indem sie entweder Einträge verfassen oder Kommentare zu den Einträgen schreiben können. Abgrenzend sei gesagt, dass nicht um Sinn und Daseinsberechtigung des Freitodes diskutiert werden soll und dass es sich auch nicht um ein Selbshilfeforum für Gefährdete oder betroffene Angehörigen handelt.

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