Freitod - Weblog zum Selbstmord
[mit unsäglich origineller GIF-Animation]
 


Österreichs Verfassunsgerichtshof hebt das Verbot der Beihilfe zum Suizid in der aktuellen Form auf

Hier die Pressemeldung des Gerichts mit der zusammenfassenden Überschrift:

"VfGH: Es ist verfassungswidrig, jede Art der Hilfe zur Selbsttötung ausnahmslos zu verbieten"

Im Einzelnen:

"Der Verfassungsgerichtshof (VfGH) hat auf Antrag mehrerer Betroffener, darunter zweier Schwerkranker, jene Bestimmung aufgehoben, die die Hilfeleistung zum Selbstmord unter Strafe stellt:

Die Wortfolge „oder ihm dazu Hilfe leistet“ in § 78 des Strafgesetzbuches ist verfassungswidrig. Sie verstößt gegen das Recht auf Selbstbestimmung, weil dieser Tatbestand jede Art der Hilfeleistung unter allen Umständen verbietet.

Die Aufhebung tritt mit Ablauf des 31. Dezember 2021 in Kraft.

Der erste Tatbestand des § 78 StGB („Verleiten“ zum Suizid) ist hingegen nicht verfassungswidrig.

Die Anfechtung des § 77 StGB (Tötung auf Verlangen) erwies sich als unzulässig und wurde daher zurückgewiesen."

Sodann folgt die Begründung im Einzelnen, u.a. mit dem Recht auf Selbstbestimmung und dem Recht auf ein menschenwürdiges Sterben.

Zur Meldung und Diskussion hierüber derstandard.at, inzwischen auch zu den ablehnenden Stellungnahmen der Ärztekammer und Kirchen - und im Forum mit diesen widersprechenden Diskutanten.


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Online-Foren und Beihilfe zum Suizid?

Hart an der Grenze, aber auf welcher Seite? - aufgebrochen am Schicksal von Shawn Shatto in Pennsylvania:

"Online suicide forum encouraged a woman to kill herself, her family claims "

Dominic-Madori Davis für dailydot.com.

Und etwas ausführlicher, auch mit einem Hinweis auf die örtliche Gesetzeslage: Chantalle Edmunds für Mailonline.


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"Fahrlässige Tötung" durch Animation zum Suizid?

Der ausführliche Prozessbericht von Katharine Q. Seelye und Jess Bidgood in der New York Times beleuchtet auch die Rechtslage: Experten sehen darin eine Erweiterung der Rechtsprechung zur Reichweite der Normen zu Tötungsdelikten. Letztlich war es wohl eine Würdigung der besonderen Umstände des Einzelfalls, die den Richter zu seiner Entscheidung bewogen haben. Ob sie Bestand haben wird, ist offen. Das Urteil ist Stand heute jedenfalls noch nicht rechtskräftig, Rechtsmittel wurde offenbar bereits angekündigt.

Eine Zusammenfassung der Entscheidung auf Deutsch bietet hier Spiegel-Online.de:

"Michelle C. trieb ihren Freund Conrad R. mit Kurznachrichten in den Suizid, dafür hatte ein US-Gericht sie schuldig gesprochen. Nun wurde das Strafmaß verkündet." - mindestens 15 Monate Gefängnis bis zur Bewährungsprüfung.


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Geklaut beim Salbader
Geklaut beim Salbader

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Das Weblog Freitod definiert schon mit seinem Namen das Thema, das es enthält: Aspekte des Suizids sollen in gesellschaftlicher, kultureller und wissenschaftlicher Hinsicht erörtert werden. Freitod ist ein kollaboratives Weblog, das allen registrierten Antville-Usern ermöglicht, sich zu beteiligen, indem sie entweder Einträge verfassen oder Kommentare zu den Einträgen schreiben können. Abgrenzend sei gesagt, dass nicht um Sinn und Daseinsberechtigung des Freitodes diskutiert werden soll und dass es sich auch nicht um ein Selbshilfeforum für Gefährdete oder betroffene Angehörigen handelt.

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