Freitod - Weblog zum Selbstmord
[mit unsäglich origineller GIF-Animation]
 


Themenabend "Selbstbestimmtes Sterben"

heute im Ersten - Spielfilm und Dokumentation.

Beginnend mit dem Spielfilm "Die letzte Reise":

"Die pensionierte Lehrerin Katharina Krohn blickt auf ein erfülltes Leben zurück. Was vor ihr liegt, möchte die 76-Jährige jedoch nicht mehr erleben. Denn sie leidet schwer unter Arthrose und einer chronischen Lungenerkrankung. In absehbarer Zeit ein Pflegefall zu werden, das will die stolze Dame auf keinen Fall zulassen.

Weil sie es jetzt noch selbst in der Hand hat, plant Katharina, sich mit Unterstützung eines Schweizer Sterbehilfevereins selbst zu töten. Das wollen ihre Töchter unbedingt verhindern..."

Mit Christiane Hörbiger, Suzanne von Borsody, Nina Kronjäger, Burghart Klaussner u.a.


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Chantal Sébire

eine Nachlese:

"Sébire starb zwei Tage nach der Ablehnung ihres Antrags am 19. März 2008 gegen 19:30 Uhr in ihrer Wohnung unter zunächst nicht geklärten Umständen. Die Staatsanwaltschaft Dijon ordnete daraufhin eine Autopsie an. Sie teilte mit, dass Sébire keines natürlichen Todes gestorben sei, sondern sich mit Hilfe starker Barbiturate (Pentobarbital) vermutlich selbst getötet habe. Staatsanwalt Alacchi kündigte weitere Untersuchungen an, um herauszufinden, wie und mit wessen Hilfe Sébire in den Besitz dieses Medikaments gelangt sei. "Ich werde aber den menschlichen Aspekt dieses Falles nicht aus den Augen verlieren", ergänzte er dazu.

Anfang April 2008 verschwanden 15 oder 20 Stücke des im Krankenhaus von Dijon gelagerten versiegelten Beweismaterials spurlos, wobei nie geklärt werden konnte, ob es sich um einen Diebstahl oder Schlamperei handelte. Das im Juni 2008 eröffnete Ermittlungsverfahren wegen aktiver Sterbehilfe wurde im März 2009 ergebnislos eingestellt, da die Staatsanwaltschaft nicht herausfand, wer der in Frage kommenden Personen (verdächtigt wurden ihre Kinder, ihre Haushaltshilfe, ihr Hausarzt, ihr Anwalt und Laborpersonal) Sébire die Barbiturate verschafft hatte."

Wikipedia, Stand 30.08.2017.

Warum? Weil.


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"My Right to Die"

"Assisted suicide, my family, and me."
by Kevin Drum (Mother Jones Magazine):

"... Harry's cancer was caught early, and it progressed slowly. By 2007, however, it had taken over his body. When my wife saw him in early 2008, she remarked that he looked like someone in a lot of pain but trying not to show it—despite the fact that he was taking oxycodone, a powerful opiate.

During a career that lasted more than three decades, he had watched all too many of his patients struggle with their final months, and this experience had persuaded him that he would take his own life if he found himself dying of an agonizing and clearly terminal illness. Now he was. Finally, on the evening of January 29, he stumbled and fell during the night, and decided his time had come: He was afraid if he delayed any longer he'd become physically unable to remain in control of his own destiny." ....

Über Sterbehilfe in den USA, ein geschichtlicher Abriss, Kalifornien und mehr...


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Sterbehilfe

Entwicklungen in den Niederlanden und Belgien (2015), zusammengefasst von Franz Patalong für Spiegel-online.de - mit einer Reihe von Diskussionsbeiträgen der Leserschaft.


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"Tod in eigener Verantwortung?"

"In Deutschland wird über das Thema «Sterbehilfe» diskutiert. Die Schweiz ist schon weiter: Hier wird bereits gefordert, den Altersfreitod generell zu liberalisieren... -

ein Nutzer-Essay von "Seifert" aus der
Community des schweizerischen der Freitag,
auf den es sich im Detail noch zurückzukommen lohnen wird.


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"Sie leiden unheilbar an Parkinson, Herr Vogel. Denken Sie an Selbstmord?"

ist ein Interview mit Hans-Jochen Vogel in der aktuellen Printausgabe des Magazins Stern von Jens König und Jochen Lange überschrieben. Und es gibt einige Antworten, zur Sterbehilfedebatte und zur Frage der Überschrift etwa:

"Nein. Mir macht Sorge, dass Selbstmord aus Verzweiflung oder wegen Schmerzen scheinbar nicht mehr als die radikale Entscheidung eines Einzelnen gesehen wird, sondern als Möglichkeit, ein Problem zu lösen. Davor kann ich nur warnen. Ich sehe die Gefahr, dass daraus ein latenter Druck erwächst, dass Schwerkranke sich aufgefordert fühlen könnten, mit ihrem Selbstmord die Gemeinschaft oder die Familie von einer Last zu befreien.

[...]

Ich bin gegen ärztliche Sterbehilfe. Sterbebegleitung - ja. Aber Sterbehilfe im Sinne einer Tötung auf Verlangen oder ärztliche Beihilfe zur Selbsttötung - nein. Und ich bin erst recht gegen organisierte oder gar kommerzielle Sterbehilfe. Ein Arzt soll heilen, nicht töten. Die freiwillige Beendigung des Lebens muss ein individueller Vorgang mit Ausnahmecharakter bleiben. Sie darf nicht zu einer allgemeinen verfügbaren Dienstleistung werden. Es entspricht meiner christlichen Überzeugung, dass das Leben in Gottes Hand liegt."



Organisierte Sterbehilfe im Jahr 1993

Zweifelhafter Graubereich - mit prominenten Fürsprechern - eine Geschichte, die auch heute noch nachdenklich machen sollte.

Inge Meysel (die sich übrigens offenbar nicht selbst getötet hat) war in ihrer Auffassung sicherlich genauso allein von lauteren Motiven getragen wie Udo Reiter oder wie es andere prominente Fürsprecher regelmäßig sind.

Letztlich ist es aber eine höchstpersönliche Frage, die jeweils an ein individuelles Schicksal anknüpft, bei dem auch noch das psychische Leiden weder verobjektivierbar noch zeitlich konstant ist.
Deshalb liegt die Problematik einer Regelung gerade in einer abstrakten Verallgemeinerung durch Gesetz an sich.



Selbsttötungsvorsatz als Momentaufnahme

"Eine Fülle von Beobachtungen belegen die Tatsache, dass Suizidenten in hohem Maße ambivalent sind. Es gibt suizidale Phasen, die manchmal lange anhalten. Dann sind die Betroffenen vulnerabel. Das gilt auch im Angesicht fortgeschrittener unheilbarer Erkrankung.

Die instabile, Schwankungen unterworfene Situation ist in der Tat ein starkes Argument, um die organisierte Hilfe beim Suizid zu unterbinden, gleich ob das Angebot von Laien oder Ärzten unterbreitet wird.

Es geht [dabei] nicht um eine Bewertung des Suizids als solchem. Wohl aber um ein Veto gegen seine organisierte Förderung. Die gebotene Urteilsenthaltung setzt eine Rhetorik ins Unrecht, die die Assistenz beim Suizid als überfällige Befreiung aus selbstverschuldeter Unmündigkeit rechtfertigen möchte."

Stephan Sahm für faz.net.

Das deckt sich mit der Erkenntnis, dass sich akute Suizidversuche, -taten oder manchmal auch schon -gedanken offenbar häufig bereits dann und dadurch unterbrechen lassen, wenn es gelingt Betroffene in diesen Augenblicken anzusprechen, sie also durch Kommunikation mit einem Außenstehenden und neue Gedanken buchstäblich "abgelenkt" werden können. Die Ausweglosigkeit erscheint im Augenblick des Vollzugs und seiner Vorbereitung offensichtlich als innere "Tatsache" - relativiert sich aber unter Umständen (wieder), wenn es gelingt, eine Situation von einem anderen Standpunkt, am besten einmal gänzlich "neu" oder "von außen" zu betrachten.



Brittany Maynard, 29

Fürsprecherin in eigener Sache - Sterbehilfediskussion in Szene gesetzt (The Brittany Maynard Fund).
(dpa bei focus-online oder faz.net).


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"Ärztliche Beihilfe zum Suizid"

Stellungnahme des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbands zur aktuellen Diskussion über ein Verbot gewerblicher und organisierter Formen der Beihilfe zum Suizid vom 19.09.2014:

"Der Wunsch, bei schwerer Krankheit sein Leben zu beenden, hat Gründe. Häufig ist es die
Angst vor Schmerzen und vor dem Alleinsein...

[---]

Eine ärztliche Beihilfe zum Suizid lehnt der DHPV ausdrücklich ab. [...]

Ärztliche Beihilfe zum Suizid würde, wie auch andere Formen der gewerblichen und organisierten Beihilfe zum Suizid, den Druck auf kranke und alte Menschen erhöhen, anderen nicht zur Last fallen zu wollen. Dies wäre eine Entwicklung, die in einer solidarischen Gesellschaft nicht gewollt sein kann."

(pdf, 3 Seiten)


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"Angst vor der Schnabeltasse" 2

Aus dem Spiegelbericht von Arno Frank über den Sterbehilfetalk bei Günther Jauch am 19.10.2014:

"Allerdings, und das hört man in solchen Talkshows eher selten, gebe es bei der Entscheidung zum Freitod auch finanzielle Aspekte, die ein Vertreter des "Bildungsbürgertums" wie Reiter nicht zu berücksichtigen brauchte: "Die letzten beiden Lebensjahre eines Menschen sind seine teuersten", sagte Müntefering, da gehe schon mal ein Häuschen drauf: "Geld hat auch was mit Ethik zu tun, und Ethik auch mit Geld."

(-> 1).


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"Zum Lebensende fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker"

Ein bemerkenswerter Beitrag zur Sterbehilfedebatte von Oliver Tolmein für das faz-Feuilleton - lesen Sie ihn bis zum Schluss, denn es lohnt sich auch wirtschaftlich.


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"Angst vor der Schnabeltasse"

Aus dem Spiegelbericht von Arno Frank über den Sterbehilfetalk bei Günther Jauch am 19.10.2014:

"Bettina Schöne-Seifert, Professorin für Medizinethik, brachte die komplette Sendung erfreulich resolut auf Kurs: "Wir müssen nur über passive Suizidhilfe reden." Aktive Sterbehilfe sei verboten, aus gutem Grund. Es gebe aber Patienten, die selbst nicht mehr in der Lage seien, ihrem Leiden ein Ende zu setzen.

Derzeit ist die Rechtslage in Deutschland unscharf: Das Töten auf Verlangen, also die aktive Sterbehilfe, steht in Deutschland unter Strafe. Die sogenannte Beihilfe zur Selbsttötung ist straffrei. Nicht verfolgt wird beispielsweise, wenn ein Betroffener eine tödliche Medikamentendosis zu sich nimmt, die ihm von einer anderen Person verschafft wurde.

Problematisch sei weniger der Gesetzgeber als das ärztliche Standesrecht, meinte Schöne-Seifert. Und das ist je nach Bundesland verschieden. Mancherorts droht einem Arzt, der Sterbehilfe leistet, der Verlust der Approbation - das mache die Sache "heikel und zu einer Zumutung für alle Beteiligten". Gefordert sind also ausnahmsweise mal weder "die Politiker" noch "wir alle", sondern die Ärzte."


 

Geklaut beim Salbader
Geklaut beim Salbader

Hinweis in eigener Sache
Das Weblog Freitod definiert schon mit seinem Namen das Thema, das es enthält: Aspekte des Suizids sollen in gesellschaftlicher, kultureller und wissenschaftlicher Hinsicht erörtert werden. Freitod ist ein kollaboratives Weblog, das allen registrierten Antville-Usern ermöglicht, sich zu beteiligen, indem sie entweder Einträge verfassen oder Kommentare zu den Einträgen schreiben können. Abgrenzend sei gesagt, dass nicht um Sinn und Daseinsberechtigung des Freitodes diskutiert werden soll und dass es sich auch nicht um ein Selbshilfeforum für Gefährdete oder betroffene Angehörigen handelt.

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Zuletzt aktualisiert: 21.11.2017, 17:08 Uhr
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