Freitod - Weblog zum Selbstmord
[mit unsäglich origineller GIF-Animation]
 
Freitag, 23. Mai 2003


Brentano: Geschichte vom braven Kasperl

Ich konnte diese letzten Worte eines gewiß edeln unglücklichen Menschen nicht ohne bittere Tränen lesen. - "Der Kasper muß ein gar guter Mensch gewesen sein, liebe Mutter", sagte ich zu der Alten, welche nach diesen Worten stehen blieb und meine Hand drückte und mit tiefbewegter Stimme sagte: "Ja, es war der beste Mensch auf der Welt. Aber die letzten Worte von der Verzweiflung hätte er nicht schreiben sollen, die bringen ihn um sein ehrliches Grab, die bringen ihn auf die Anatomie. Ach, lieber Schreiber, wenn Er hierin nur helfen könnte!" "Wieso, liebe Mutter?" fragte ich, "was können diese letzten Worte dazu beitragen?" - "Ja, gewiß", erwiderte sie, "der Gerichtshalter hat es mir selbst gesagt. Es ist ein Befehl an alle Gerichte ergangen, daß nur die Selbstmörder aus Melancholie ehrlich sollen begraben werden, alle aber, die aus Verzweiflung Hand an sich gelegt, sollen auf die Anatomie; und der Gerichtshalter hat mir gesagt, daß er den Kasper, weil er selbst seine Verzweiflung eingestanden, auf die Anatomie schicken müsse." "Das ist ein wunderlich Gesetz", sagte ich, "denn man könnte wohl bei jedem Selbstmord einen Prozeß anstellen, ob er aus Melancholie oder Verzweiflung entstanden, der so lange dauern müßte, daß der Richter und die Advokaten drüber in Melancholie und Verzweiflung fielen und auf die Anatomie kämen. Aber seid nur getröstet, liebe Mutter, unser Herzog ist ein so guter Herr, wenn er die ganze Sache hört, wird er dem armen Kasper gewiß ein Plätzchen neben der Mutter vergönnen." (Clemens Brentano: Geschichte vom braven Kasperl und dem schönen Annerl)


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Sonntag, 11. Mai 2003


Gateway - der Weg ins Nichts

Wie man sich effektiv erschießt und andere haarsträubende Maßnahmen, sich selbst umzubringen, hält diese Webseite in petto, nebst angeschlossener Mailingliste.


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Japan

Auf die Selbstmordproblematik in Japan ging das Couchblog anläßlich einer Sendung des NDR ein. 33.000 Suizide allein in diesem Jahr seien es gewesen....



Rebloggeria: Abgebloggt

Jenny Braun von Abgebloggt äußert sich zum Thema diese Weblogs. Kleine Kostprobe: "Ich mag es mir auch nicht herausnehmen darüber zu urteilen was nun schwieriger ist: durch den Sumpf von Leben zu kriechen und jeden Tag erneut zu kämpfen oder dem ein Ende zu setzen. Da ist die Schmerzgrenze wohl bei jedem anders. Wir reden aber immer davon Menschen in ihren Entscheidungen, Meinungen und Gefühle zu respektieren, wir sprechen von Toleranz und Akzeptanz - gilt das nur solange man lebt? Warum respektiert man dann nicht auch solch eine Entscheidung? Ob richtig oder falsch für unsereins steht hier nicht zur Debatte. Für einen Selbstmörder war es die einzigst richtige Entscheidung - so sehr manch einer auch darunter leidet, darüber schimpft oder fluchen mag."



Nur indirekter Nachahmungseffekt

Selbstmorde in Filmen oder Suizidberichte in Nachrichten lösen nach Ansicht einer Kölner Soziologin keinen direkten Nachahmungseffekt aus. Die Darstellung von Suizidmethoden kann nach Ansicht der Wissenschaftlerin Christa Lindner-Braun allerdings der "letzte Auslöser" für einen Freitod sein. In einer Untersuchung hatte sie sich mit bisherigen internationalen Studien beschäftigt, die einen echten Nachahmungseffekt durch Selbstmorde in den Medien bestätigten. Suizidneigung könne nicht durch einmalige Fernseherlebnisse "nachhaltig beeinflusst" werden, sagte Lindner-Braun. Vielmehr entstehe diese "in einem längerfristigen Prozess im Laufe des Lebens." Eine Neigung zum Selbstmord kann nach Ansicht der Forscherin durch die Einstellung eines Menschen zu seiner eigenen Leistung entstehen. Wer Misserfolg als Beweis für eigene Unfähigkeit ansehe, entwickele langfristig eine pessimistische Lebenseinstellung, sagte Lindner-Braun. Einen möglichen Einfluss spricht die Soziologin in diesem Zusammenhang auch den medial vermittelten Werten und Normen zu. "Es bringen sich mehr Menschen in Kulturen um, in denen nicht das Schicksal, sondern die eigene Leistung für die Geschicke des Lebens verantwortlich gemacht wird", sagte Lindner-Braun. Dies sei besonders in hochentwickelten westlichen Gesellschaften der Fall. Bei einem Menschen, der zu einem Selbstmord neigt, kann der Soziologin zufolge die Darstellung eines Freitods in den Medien "eine letzte Barriere" aufheben. Sie könnten so über eine "attraktive Methode" informiert werden. Lindner-Braun mahnte die Medien daher, solche Darstellungen auszusparen. [X]


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Mittwoch, 7. Mai 2003


Südafrikaner sägt sich in Fleischerei selbst den Kopf ab

(AFP) Vor den Augen der entsetzten Kundschaft und der Angestellten hat sich ein Mann in einem südafrikanischen Supermarkt selbst den Kopf abgesägt. Der Mann betrat am Montagabend die Metzgerei-Abteilung eines Supermarktes in Richards Bay im Nordwesten des Landes, schaltete seine Elektro-Säge an, setzte sie an seinen Hals "und sägte sich den Kopf ab, bevor jemand reagieren konnte", wie Polizeisprecher Jay Naiker am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP sagte. Der Tote habe keinen Abschiedsbrief hinterlassen und seiner Familie gegenüber auch keine Selbstmordabsichten geäußert. [Yahoo]


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Sonntag, 27. April 2003


Erwin Ringels Geburtstag

In einer echten Gemeinschaft wird aus vielen Ich ein Wir. Ringel, Erwin, Prof. Dr.

Geburtstag hat heute: Ringel, Erwin, Prof. Dr. (27.4.1921 bis 28.7.1994)

Funktion: Arzt, Tiefenpsychologe, gründete das erste Selbstmordverhütungszentrum, "Die österreichische Seele" (Österreich, 1921 - 1994)


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Dienstag, 15. April 2003


Lexikalisch

In der Wikipedia, der freien Enzyklopädie, die - wen wundert's bei dem Namen - auf einem Wiki aufsitzt, gibt es einen Eintrag zum Selbstmord. Keep reading, Markus Kolbeck


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Ein Wunder, dass ich noch lebe

Laut dieser Liste mit Punkten, die zu einer Selbstmordgefährdung beitragen können, wundere ich mich, daß ich überhaupt noch am Leben bin. Besonders ab dem Punkt "Verhalten" konnte ich fast nur nicken. Komisch, ich bin zwar depressiv, verspüre aber keine Suizidneigung, weil ich nicht mit Sicherheit weiß ob es im Himmel oder in der Hölle auch Bücher gibt. Diese Risiko einer vorzeitigen Bücherlosigkeit will ich nicht eingehen. Keep reading, Markus Kolbeck


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Links, zwei, drei, vier

Weiß nicht, ob wir die schon einmal hatte. Egal, hier sind Interessante Links zum Thema Selbstmord. Keep reading, Markus Kolbeck


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Montag, 14. April 2003


Welle von Selbstmord-Verabredungen

Am Wochenende fand die japanische Polizei die Leichen zweier Männer und einer Frau, die gemeinsam Selbstmord verübt hatten. Seit Mitte Februar sollen sich in dem fernöstlichen Land bereits zwölf Menschen über das Web zu Selbstmordtreffen verabredet haben. [Mehr]


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Donnerstag, 10. April 2003


Ersatzlos verzichten

"Der Suizidversuch eines damals geliebten Menschen. Ins Hirn gebrannt. Das miterleben zu müssen, am Telefon. Die Hilflosigkeit, die Angst. Notarzt, Klinik, kaltes Licht, grell, der Psychiater der an eine Affekthandlung glaubt, auf Wiedersehen. Das Leiden mit anzusehen. Narben. Dinge, die man lieber nicht erlebt hätte. Ersatzlos verzichten könnte man." [Moe]


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Montag, 7. April 2003


Sandras Gedanken

Sandra vom Weblog Logorrhoe macht sich Gedanken über den Selbstmord


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Geklaut beim Salbader
Geklaut beim Salbader

Hinweis in eigener Sache
Das Weblog Freitod definiert schon mit seinem Namen das Thema, das es enthält: Aspekte des Suizids sollen in gesellschaftlicher, kultureller und wissenschaftlicher Hinsicht erörtert werden. Freitod ist ein kollaboratives Weblog, das allen registrierten Antville-Usern ermöglicht, sich zu beteiligen, indem sie entweder Einträge verfassen oder Kommentare zu den Einträgen schreiben können. Abgrenzend sei gesagt, dass nicht um Sinn und Daseinsberechtigung des Freitodes diskutiert werden soll und dass es sich auch nicht um ein Selbshilfeforum für Gefährdete oder betroffene Angehörigen handelt.

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