Freitod - Weblog zum Selbstmord
[mit unsäglich origineller GIF-Animation]
 
Montag, 10. Januar 2011


Simenon: "Die Selbstmörder"

"Außer seinen 75 Maigret-Romanen hat Georges Simenon auch 140 andere geschrieben, in denen der Kommissar keine Rolle spielt. 50 von ihnen erscheinen nun in revidierter Übersetzung." meldet die FAZ in aller Kürze

Beim Perlentaucher ist der Roman noch nicht besprochen, dafür aber in einer vielversprechenden Anmerkung von Manfred Orlick bei Amazon.


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Samstag, 8. Januar 2011


Ali Resa Pahlewi - Alireza Pahlavi

"Der jüngste Sohn des letzten Schahs von Persien, Ali Resa Pahlewi, ist tot in seiner Wohnung in Boston aufgefunden worden. Ermittler wie Familienangehörige gehen von Selbstmord aus - der 44-Jährige soll sich erschossen haben."

(Spiegel-Online),

im Portrait und sein Bruder über Depressionen.


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Montag, 3. Januar 2011


"Denk dran,

Du wohnst im Erdgeschoss!"

Cartoon von Kittihawk alias Christiane Lokar bei Spiegel-Online.


Sonntag, 12. Dezember 2010


Mark Madoff (46),

der älteste Sohn des Milliardenbetrügers hat sich am Samstag in seiner Wohnung in London erhängt. Genau auf den Tag zwei Jahre nachdem sein Vater verhaftet worden war.


Dienstag, 30. November 2010


Bjørnstadt, Vindings Spiel

"Ich habe Angst, daß einer von ihnen weggehen könnte, auszieht, woanders leben will oder sich das Leben nimmt. Sie meinen es ernst, Mutter und Vater. ..."

""Jetzt mußt du ganz ruhig sein", sagt sie. Ich starre sie an. Ich friere, obwohl es warm ist im Zimmer. "Das war Marianne Skoog. Es ist vor zwei Stunden passiert. Anjas Vater hat sich im Keller seines Hauses im Elvefaret mit der Schrotflinte erschossen." ..."

Ketil Bjornstadt, Vindings Spiel (orig.: "Til musikken"), Seiten 8, 309, 341.


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Samstag, 27. November 2010


"Lohnarbeit und Liebesleid"

von Johanna Kaptein:

"Lohn und Liebe. Arbeit und Leid. Oder Lohn und Leid. Arbeit und Liebe. Oder eben: Lohnarbeit und Liebesleid. Von diesen Kombinationsmöglichkeiten und Wechselwirkungen erzählt Johanna Kaptein in fünf Minidramen, sogenannten Dramoletten: Im Mittelpunkt der Dramolette stehen: Der junge Mann, ein Sozio-Phobiker, der bei der Post im Verteilerzentrum arbeitet und an Verschwörungen glaubt. [...]

15 bis 20 Minuten Zeit gibt die Autorin dem jungen Mann, Natalie, Hubert W., dem Reichen und der Blumenfrau. Diese Viertelstunde entscheidet über Arbeit oder Arbeitslosigkeit, Liebe oder Hass und Leben oder Tod. Und dann sind da auch noch die Stimmen, die allen sagen, was sie zu tun haben: nämlich, sich umbringen. Der Tod als Ausweg aus Lohnarbeit und Liebesleid. Da lachen sich die Stimmen ins Fäustchen. Und werden ziemlich sauer, wenn ihre Anstiftung zum Selbstmord einmal nicht klappt. [...]"

Aktuell auch im Fokus von Spiegel Online.de (Anke Dürr).


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Dienstag, 23. November 2010


Schlink, Wochenende

"Die Trauergäste warteten vor der Kirche. Sie begrüßten einander, erkannten sich wieder oder stellten sich vor, waren verlegen. Jedes Wort war falsch. Die Äußerungen der Anteilnahme waren bemüht, die ausgetauschten Erinnerungen blaß, und fragte einer nach dem Warum, wurde die Frage hilflos und irritiert abgewehrt. Jedes Wort war falsch, weil Jans Tod falsch war. Er hätte sich nicht umbringen, seine drei kleinen Kinder nicht zu Waisen und seine Frau nicht zur Witwe machen dürfen. Wenn man's mit Frau und Kindern nicht mehr aushält, läßt man sich scheiden. Sich umbringen, sich davonstehlen und Frau und Kinder mit Schuldgefühlen zurücklassen - es gehört sich nicht."

Bernhard Schlink, Das Wochenende, 2008, S. 18.


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Dienstag, 16. November 2010


Tellkamp, Turm

Clarens und er liefen vom Rektorat die Akademiestraße vor. Clarens sprach über Selbstmord. Er war ein international geachteter Selbstmordforscher und sagte manchmal, daß er das Glück gehabt habe, seiner Passion in diesem Land nachgehen zu dürfen, denn nur Österreich-Ungarn biete reichlicher Material. "Ach, ein Wiener Psychiater zu sein!" seufzte Clarens. Die k.u.k. Fälle zeichneten sich durch größeren Einfallstreichtum, eine Neigung zum Skurrilen und Entlegenen aus, während die Deutschen gewissermaßen quantitativ "Schluß machten", wobei Clarens hinter seinem Hals in die Luft griff und röchelnd die Zunge herausstreckte. Natürlich, auch Gastote mit ihrem friedlichen Gesicht und den kirschzarten Wangen; Spitzen im Mai und zu Weihnachten; natürlich Schlafmittel, vor allem bei Frauen, die Männern bevorzugten in der Regel härtere Methoden. Den Bohrhammer zum Beispiel, mitten ins Herz hinein. (Uwe Tellkamp: Der Turm, S. 704)


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Sonntag, 14. November 2010


Wenn jemand jung

Wenn einer jung stirbt - die Worte tauchten ganz plötzlich auf und gefroren in den Stromschnellen meiner Gedanken zu Kristallen -, wenn einer jung stirbt, dann ist daran jemand schuld. Das weißt du genau, sagte ich mir. Es war, als sei das Bild des flackernden Neonlichts auf meiner Netzhaut erstarrt. Immer. Besonders dann, wenn jemand sich in jungen Jahren umbringt. Meine Stimmung war mit der Launenhaftigkeit eines Wackelkontakts von Gelöstheit in Verzweiflung umgeschlagen, und das an einem so scheußlichen Ort wie der Herrentoilette in Heathrow. Ich brach in Tränen aus. (Tim Parks: Schicksal, S. 9)


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Montag, 8. November 2010


"Jährlich nehmen sich in China mehr als 287.000 Personen das Leben. Das berichtet jedenfalls die staatliche Presse. Bei Chinesen im Alter von 15 bis 34 Jahren ist Suizid die häufigste Todesursache.

Allerdings werden für die vielen Selbsttötungen weniger psychische Erkrankunten als vielmehr die sozialen Umstände wie Erfolgsdruck oder familiäre Belastungen verantwortlich gemacht."

Til Fähnders für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung Nr. 44/2010 vom 07.11.2010, Seite 11 ("Aus Rache an der Gesellschaft" - über eine Serie von Amokläufen an Schulen Chinas)


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Sonntag, 24. Oktober 2010


Schlußfolgerung

Wenn alle irdischen Güter, für die wir leben, wenn alle Freuden, die uns das Leben gewährt, Reichtum, Ruhm, Ehren, Macht, uns durch den Tod geraubt werden, haben diese Güter keinerlei Sinn. Wenn das Leben nicht unendlich ist, dann ist es ganz einfach absurd, ist es nicht wert, gelebt zu werden, und man muß sich seiner so schnell wie möglich durch Selbstmord entledigen. (Lew Tolstoj)


Mittwoch, 20. Oktober 2010


Gide, Vom Leben gesättigt

Ich bin nicht mehr sehr neugierig auf das, was mir das Leben noch bieten könnte. Ich habe das, was ich meinte, sagen zu müssen, mehr oder minder gut gesagt und fürchte mich zu wiederholen. Untätigkeit aber ist mir eine Last. Was mich immerhin davon abhielte, mich zu töten (obgleich ich Selbstmord nicht für tadelnswert halte), wäre der Umstand, daß gewisse Leute versuchen würden, in einer solchen Handlung eine Art Eingeständnis meines Bankrotts, das zwangsläufige Ende meines Irrens zu sehen. Andere würden denken, ich entzöge mich der "Gnade". Es wäre schwierig, klarzumachen, daß ich einfach vom Leben gesättigt bin und nicht mehr recht weiß, wie ich die kurze Zeit, die mir noch zu leben bleibt, anwenden soll. Anorexie. Grauenhaft, ausdrucksloses Anlitz des Überdrusses. Meine Anorexie kommt auch und vor allem von einem Rückgang der Säfte... (Andre Gide, in: Ida Cermak: Ich klage nicht. Begegnungen mit der Krankheit in Selbstzeugnissen schöpferischer Menschen, S. 131)


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Hesse, Anschuldigungen

Um noch einmal auf das für die Jugend so anziehende Thema des Selbstmordes zu kommen: Mehrmals habe ich Briefe von Lesern bekommen mit dem Bericht, sie seien gerade im Begriff gewesen, sich das Leben zu nehmen, da sei ihnen dies Buch in die Hände gefallen, habe sie befreit und aufgeklärt, und es gehe nun wieder aufwärts. Über das gleiche Buch aber, das so heilend wirken konnte, schrieb mir mit schwerer Anklage der Vater eines Selbstmörders: mein dreimal verfluchtes Buch habe zu denen gehört, die sein armer Sohn in seiner letzten Zeit noch auf dem Nachttisch habe liegen gehabt, und es allein sei verantwortlich zu machen für das Geschehene. Ich konnte zwar diesem empörten Vater erwidern, daß er sich die Verantwortlichkeit für seinen Sohn doch allzu leicht mache, wenn er sie auf das Buch abschiebe, aber es dauerte doch eine gute Weile, bis ich jenen Vaterbrief "vergessen" konnte, und man sieht ja, was für ein Vergessen es war. (Hermann Hesse: Sämtliche Werke, Bd. 14: Betrachtungen und Berichte. 1927-1961, S. 227)


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Geklaut beim Salbader
Geklaut beim Salbader

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Das Weblog Freitod definiert schon mit seinem Namen das Thema, das es enthält: Aspekte des Suizids sollen in gesellschaftlicher, kultureller und wissenschaftlicher Hinsicht erörtert werden. Freitod ist ein kollaboratives Weblog, das allen registrierten Antville-Usern ermöglicht, sich zu beteiligen, indem sie entweder Einträge verfassen oder Kommentare zu den Einträgen schreiben können. Abgrenzend sei gesagt, dass nicht um Sinn und Daseinsberechtigung des Freitodes diskutiert werden soll und dass es sich auch nicht um ein Selbshilfeforum für Gefährdete oder betroffene Angehörigen handelt.

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