Freitod - Weblog zum Selbstmord
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suizid der mutter

hallo an alle:folgendes problem.bin männl.39 jahre alt. als ich acht jahre war, hat sich meine mutter mit schlaftabletten umgebracht. in der besagten nacht war ich mit ihr alleine und habe die ganze zeit, ca 8 std., neben ihr gelegen.katatonisch starr lag ich da über stunden. bis heute begleiten mich schwerste depressionen. eine therapie hat wenig bis gar nichts gebracht. gibt`s leidensgenossen?


 

Suizid meiner Mutter

Hallo, ja die gibt es. Ich habe meine Mama vor einem halben Jahr verloren, sie hat sich ebenfalls mit Tabletten das Leben genommen. Sie hat allein gewohnt, mein Vati hat sie einen Tag später gefunden. Du warst ja noch ein Kind als es passiert ist, ich bin 29 Jahre und habe 400 km weg von meiner Mama gewohnt. Ich kann nicht mit dem Geschehenen umgehen, verdränge viel, klammere mich an meinem Freund fest, der mir viel Geborgenheit gibt. Reden kann ich aber nicht mit ihm über das Geschehene. Ich habe mir jetzt auf Anraten der Mutter meines Freundes eine Therapeutin gesucht, war schon viermal dort und weiß nicht, ob mir das helfen wird. Es ist so intim, meine Trauer, meine Gedanken, meine Wut, meine Schuldgefühle... Ich will sie nicht teilen, ich will sie nicht rauslassen, ich will nur vergessen und an eine schöne Zukunft für mich mit meinem Freund glauben... Dabei drückt mich sehr, dass ich eine wahnsinnige Angst habe, ihn zu verlieren. Dass auch er sterben könnte, durch einen Autounfall oder ähnliches. Ich könnte das nicht ertragen, dann wäre ich ganz allein und verloren.
Bei dir ist der Suizid schon viele Jahre her und du leidest noch immer an Depressionen... Ich weiß nicht, wie es bei mir weitergehen wird. Ob es schlimmer wird, wenn ich die Gedanken und Gefühle irgendwann nicht mehr so gut "untenhalten" kann. Hast du Menschen, die für dich da sind und redest du mit ihnen über deine Gefühle und die Depressionen? Wie hast du dein Leben nach dem Tod deiner Mutter gestaltet, wie ist es dir ergangen? Was ist mit deinem Vater?
Viele Grüße und alles erdenklich Gute.
Carina

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hallo carina

liebe carina, danke für deine reaktion.

Es ist schön, dass du mit deinem freund reden kannst.vielleicht bringt dir ja auch die therapie etwas?!ich wünsche es dir.

wie ist es mir im leben ergangen?das leben hat es extrem gut mit mir gemeint.so als wollte das schicksal den schweren verlust der kindheit wieder ausgleichen.dennoch schweben die dunklen wolken immer wieder über mir. bin fast geneigt es so zu akzeptieren. liebe grüsse john

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Bin auch 39 und habe vergleichbares erlebt

Es gibt Menschen den es viel schlechter geht als Dir.
Ein Spruch der mich mein ganzes Leben begleitet. Nun Menschen den es schlechter geht als mir, den geht es aber auch nicht besser. Und das meine ich auch so Punkt. Ich habe meinen Vater als ich sieben Jahre alt war in der Garge gefunden, oder besser gesagt gesehen. Ich nahm mein Fahrad und radelte in die Schule mit dem Bild vor Augen des erlebten.
Ein Bild in meinen Träumen seid über 30 Jahren.
Nun ich muß hier hinzu fügen das meine Muter verstarb als ich 16 Jahre alt war. Ich bin nun 39 Jahre alt. Ich will mich hier weder beklagen noch etwas anderes. Was ich in meinen Leben erlebt habe reicht für zwei. Ich habe weder Angst vor dem Tod noch was danach kommt. Nur eins weiß ich, ich will nicht mehr so wie es im Augenblick ist. Der Gedanke daran erfüllt mich mit einer inneren Ruhe, mit einer geborgenheit die ich seid 30 Jahren nicht erlebt habe.
Trotz allem muß ich hier auch sagen das der Überlebenswille des Menschen sehr stark ist.
Jeder der einmal vor der Situation stand weiß vovon ich rede. Es ist nur ein kleiner Schritt. Nach vorn oder ein Schritt zurück. Der Schritt zurück ist der den der Mensch aus instingt machen wird.
Es gibt nur wenige Meschen die in ihrer Not den Schritt in den Tod gehen. Es sei allen hier gesagt das dies für alle ein Schritt ohne Ausweg ist.
Ich bin nun 39 Jahre alt, ich habe weder Verwandschaft noch einen großen Bekanntenkereis.
Ich lebe vor mich hin jeden Tag, und ich habe nicht meht den Mut mein Leben zu beenden, trotz allem will ich nicht mehr. Die Diagnose meines Arztes das ich Krebs habe war ein Befreiungsschalg. Zu wissen das sich alles auf natürliche Weise regeln wird, ein Versprechen was man einen Freund gegeben hat sich erfüllen wird. Mit einer inneren Zufriedenheit werde ich von dieser Welt treten. Den einzigsten Wunsch der wohl unerfüllt bleiben wird ist, das ich meine Tochter noch einmal sehe.

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Hallo Andy.
Du hast viel erlebt, ohne Zweifel. Auch Ratschläge zu geben liegt mir fern.

Eine Korerktur möchte ich anbringen:
Du sagtest, es gibt in Deiner Situation nur zwei Möglichkeiten: Den Schritt zurück und den Schritt vorärts. Da hast Du eine Möglichkeit vergessen: Den Schritt nach oben - hin zu einer Höheren Macht. Für diese Macht ist alles machbar, in ihren Augen gibt es keine hoffnungslosen Fälle.

Ich weiss wovon ich rede. Deswegen lebe ich heute noch. Mein einzigster Wunsch war Deinem ähnlich. Ich habe heute - Jahre später - wieder ein gutes Verhältnis zu meiner Tochter.

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an andy39

ich finde deine situation beneidenswert. ich hätt auch gerne krebs o.ä.

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Geklaut beim Salbader
Geklaut beim Salbader

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