Freitod - Weblog zum Selbstmord
[mit unsäglich origineller GIF-Animation]
 
Montag, 12. Januar 2015


Lady Macbeth von Mzensk

Novelle von Nikolai Leskow:

"Katerina Lwowna zitterte. Ihre irren Blicke waren auf einen Punkt gerichtet. Sie hob einige Male die Arme, streckte sie vor sich aus und ließ sie wieder sinken. Noch einen Augenblick – und sie beugte sich, ohne die Augen von einer dunklen Woge zu wenden, vor, packte Ssonetka an den Beinen und sprang mit ihr über das Geländer der Fähre.

Alle waren vor Schreck wie erstarrt.

Katerina Lwowna erschien auf dem Kamme einer Woge und ging wieder unter; aus einer andern Welle tauchte Ssonetka auf.

»Den Bootshaken her! Werft den Bootshaken aus!« schrieen die Leute auf der Fähre.[214]

Der schwere Bootshaken flog am langen Strick durch die Luft und fiel ins Wasser. Von Ssonetka war wieder nichts zu sehen. Nach zwei Sekunden warf sie, von der Strömung um ein weites Stück von der Fähre fortgetrieben, beide Arme aus dem Wasser empor; in diesem Augenblick tauchte aus einer anderen Welle fast bis zu den Hüften Katerina Lwowna empor. Sie stürzte sich wie ein kräftiger Hecht über eine schwache Plötze auf Ssonetka, und beide kamen nicht mehr zum Vorschein."


Hier zu deutsch dokumentiert in einer Übersetzung aus dem Jahr 1921 bei zeno.org
.

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Samstag, 10. Januar 2015


"Of Suicide"

"... Has not every one, of consequence, the free disposal of his own life? And may he not lawfully employ that power with which nature has endowed him?

In order to destroy the evidence of this conclusion, we must shew a reason, why this particular case is excepted. Is it because human life is of so great importance, that it is a presumption for human prudence to dispose of it? But the life of man is of no greater importance to the universe than that of an oyster..."


Essay I of Two,
1757 by David Hume;
zu deutsch lautet die Textstelle etwa:

"... hat folglich nicht jeder die freie Verfügung über sein Leben? Und kann er nicht mit vollem Recht von der Macht, welche ihm die Natur verliehen hat, Gebrauch machen?

Um die Beweiskraft dieses Schlusses zu vernichten, müßte ein Grund aufgezeigt werden, weshalb dieser spezielle Fall ausgenommen ist. Ist es deshalb, daß menschliches Leben so große Bedeutung hat, daß es für menschliche Einsicht zu anmaßend ist, darüber zu verfügen? Aber das Leben eines Menschen hat für das Weltall nicht größere Bedeutung als das einer Auster..."


hier in der Übersetzung von Friedrich Paulsen, 1905,
wiedergegeben - eine neuere Übersetzung von Lothar Kreimendahl aus dem Jahr 1984 ist noch nicht gemeinfrei.

Der Aufsatz lohnt insgesamt - er untersucht die Frage, ob es ein Suizidverbot oder womöglich umgekehrt sogar ein Recht auf Selbstmord gibt, von folgender Überlegung aus:

"Wenn Selbstmord ein Verbrechen ist, so muß er eine Übertretung unserer Pflicht gegen Gott, gegen unsere Nächsten oder gegen uns selbst sein..." (Hume/Paulsen, a.a.O.).

Freitag, 9. Januar 2015


Audrie Pott und die Audrie-Pott-Foundation

"Audrie Pott hatte keinen anderen Ausweg mehr für sich gesehen. Acht Tage nachdem das erst 15 Jahre alte Mädchen aus Saratoga in Kalifornien auf einer Party von mindestens drei Mitschülern vergewaltigt wurde und ihre Peiniger Fotos von der Tat auf Facebook gestellt hatten, beging die beliebte Teenagerin Selbstmord."

Michael Remke für welt.de
.

Die Eltern gründeten eine Stiftung, die offensichtlich gegen sexuelle Belästigungen und Vergewaltigungen höchst aktiv ist - u.a. im Rahmen des Gesetzgebungsverfahrens mit "Audrie's Law" zum "Cyberbulling": eine Zusammenfassung, einschließlich des Verfahrensausgangs gegen die Täter, von Julia Prodis Sulek für die San José Mercury News.

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Donnerstag, 8. Januar 2015


"Domestic Bliss" - Heimeliches Glück


Die Fotografin Susan Copich versucht, sich selbst zu therapieren:
Tagträume einer Mutter in der Krise.


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Mittwoch, 7. Januar 2015


"Nie mehr wie immer" oder "Das Schweigen der Männer"

"... Die Sonnenbrille, mit der sich die migräneanfällige Melanie gegen das Licht schützt, steht dabei für die Scheuklappen, die schon seit vielen Jahren verhindern, dass sie die Wahrheit wahrnimmt. Selge wiederum verkörpert ganz famos, wie das Fundament, auf dem der scheinbar so selbstsichere Walter sein Leben aufgebaut hat, bedenkliche Risse bekommt, als ihm die Nachricht zugespielt wird, eine junge Frau habe sich das Leben genommen; es handelt sich um die Tochter ihrer früheren Haushälterin. Schließlich bricht sein Daseinsentwurf wie ein Kartenhaus zusammen.

Allerdings bietet der Film zu wenig Handlung, um seine innere Spannung tatsächlich über neunzig Minuten halten zu können. Nervenkitzelmomente wie jene, als Melanie voller Panik aus dem Haus stürzt, weil sie glaubt, ihr Mann habe sich am Baum erhängt, sind auch deshalb so wirkungsvoll, weil insgesamt recht wenig passiert."


Aus der Kritik von Tilmann P. Gangloff für die Frankfurter Rundschau
,

Spielfilm, ARD, derzeit noch in der Mediathek.

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Mittwoch, 24. Dezember 2014


Suizid an Weihnachten? Oder überhaupt?

Für den Fall, dass Sie heute nichts Besseres geplant haben sollten als sich umzubringen: Verschieben Sie das erst einmal.

Wenn Sie danach nicht wissen sollten, was Sie sonst in Ihrer Lage tun können, nehmen Sie sich einen Augenblick Zeit, wählen Sie einmal eine der beiden Nummern, und lassen Sie sich überraschen:

0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222.

Kostet nix. Und schaden tut's sicher auch nix.

Dienstag, 23. Dezember 2014


Farin Urlaub: Kein zurück.

Oder umgekehrt: Geh' weiter!
Farin Urlaub, der Name ist Programm...



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Montag, 22. Dezember 2014


Jack Unterweger (1950-1994)

Mörder mit Affinität zu Literatur und Knoten:

"In der Nacht nach dem Urteil beging er in der Justizanstalt Graz-Jakomini durch Erhängen mit der Kordel seiner Jogginghose Suizid. Wie bei den Opfern der Mordserie war die Kordel zu einem Henkersknoten gebunden."
.

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Sonntag, 21. Dezember 2014


"Ist der Psychiater schuld?"

"Wenn ein psychisch kranker Mensch Suizid begeht, leiden nicht nur die Angehörigen. Auch sein Psychiater hinterfragt sich, was er wohl falsch gemacht hat. Ein Arzt erzählt..."

Michael Kammer-Spohn auf Zeit-online.de

über sein Leiden.

Mich haben so manche Aspekte überrascht,
vor allem der Rechtfertigungszwang.

Samstag, 20. Dezember 2014


"Einfach Schwimmen haben sie gesagt" (8)

Blog, Leben in einer psychiatrischen Klinik, in Literatur gegossen.

Achtes Kapitel - "Tattoo":

"Die meisten Leute dachten, ich sei unkonzentriert.
Dabei übermannte mich manchmal einfach das Nachdenken so sehr, dass das, was meine Augen mir zeigten, gänzlich von dem überlagert wurde, was hinter ihnen passierte.
Ich hörte immer zu. Ich konnte gar nicht anders.
Vielleicht war das das Problem. [...]

“Mittagessen!”, rief jemand durch die halb geöffnete Tür. Es hörte sich nach Clara an..."


-> zuvor.

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Freitag, 19. Dezember 2014


EX-IN - Erfahrung mithelfen lassen

"EX-IN ist eine Ausbildung von Psychiatrie-Erfahrenen zum/zur GenesungsbegleiterIn bzw. Peer-BeraterIn und Voraussetzung für die weitere Ausbildung zum/zur DozentIn. Im Mittelpunkt der Ausbildung steht das Erfahrungswissen, das in psychischen Krisen und seelischen Erschütterungen und deren Bewältigung gewonnen wurde.

Die EX-IN Kurse werden immer von einem Team von Psychiatrie-Erfahrenen und Professionellen und möglichst auch Angehörigen durchgeführt.

EX-IN ist aus einem europäischen Pilotprojekt hervorgegangen, an dem Psychiatrie-Erfahrene und Professionelle aus Norwegen, Schweden, England, den Niederlanden, Slowenien und Deutschland beteiligt waren.

F.O.K.U.S. aus Bremen hat das Projekt koordiniert, die Universitätsklinik Eppendorf und F.O.K.U.S. haben die Pilotkurse in Deutschland durchgeführt.

Momentan werden EX-IN Kurse in vielen Bundesländern und der Schweiz angeboten..."


EX-IN Deutschland e.V. - Experienced Involvement
.

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Donnerstag, 18. Dezember 2014


Familientragödie X: Bradley William Stone

"Stone und seine Ex-Frau lieferten sich nach Polizeiangaben seit der Scheidung 2009 einen erbitterten Streit um das Sorgerecht für ihre fünf und acht Jahre alten Töchter. In der Nacht zum Montag soll der Ex-Soldat die 33-Jährige dann vor den Augen der Kinder erschossen haben. "

mia/AP/dpa/Reuters für Spiegel-online.de
und zuvor beispielhaft zweifelhaft "detailliert" die Daily Mail.

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Mittwoch, 17. Dezember 2014


Internetzeitalter II: "Suizid Methoden Restposten"



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Geklaut beim Salbader
Geklaut beim Salbader

Hinweis in eigener Sache
Das Weblog Freitod definiert schon mit seinem Namen das Thema, das es enthält: Aspekte des Suizids sollen in gesellschaftlicher, kultureller und wissenschaftlicher Hinsicht erörtert werden. Freitod ist ein kollaboratives Weblog, das allen registrierten Antville-Usern ermöglicht, sich zu beteiligen, indem sie entweder Einträge verfassen oder Kommentare zu den Einträgen schreiben können. Abgrenzend sei gesagt, dass nicht um Sinn und Daseinsberechtigung des Freitodes diskutiert werden soll und dass es sich auch nicht um ein Selbshilfeforum für Gefährdete oder betroffene Angehörigen handelt.

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Zuletzt aktualisiert: 12.01.2015, 18:30 Uhr
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