Freitod - Weblog zum Selbstmord
[mit unsäglich origineller GIF-Animation]
 



Suizid und mediale Berichterstattung

Eine Sendung auf Ö1 morgen um 19h05. Zusammenfassung:

Im 18. Jahrhundert soll Wolfgang von Goethes Brief-Roman "Die Leiden des jungen Werthers" zu einer regelrechten Selbstmordepidemie unter seinen jugendlichen Lesern geführt haben. Dieses Phänomen wurde in der Psychologie als Werther-Effekt bekannt und beschreibt heute medial vermittelte Nachahmungssuizide.

Denn wird in Zeitung, Hörfunk und Fernsehen explizit über Selbstmorde berichtet, steigt in kürzester Zeit die Zahl der Nachahmer signifikant an. In ausgewählten deutschen und österreichischen Städten einigten sich deshalb Medien darauf, nicht mehr bzw. in stark abgeschwächter Form über Suizide zu berichten.

Ein aktuelles Wiener Forschungsprojekt gibt dem Recht: Es zeigt, dass Medienrichtlinien zur Berichterstattung über Suizid die Selbstmordrate innerhalb der Bevölkerung senken können.



Die schottische Erfolgsautorin und Moralistin A.L. Kennedy

An einem Nachmittag im Frühling 1998 zieht sie ihre Schuhe aus und stellt das Paar ordentlich nebeneinander. Dieses Ritual führt sie immer dann durch, wenn sie etwas Wichtiges vorhat: Schreiben zum Beispiel, oder Texte korrigieren.

Diesmal steigt sie barfuss auf das Fensterbrett ihrer Dachwohnung in Glasgow, um sich vom Leben zu verabschieden. A. L. Kennedy ist Mitte dreißig, hat in Großbritannien bereits neun viel beachtete Bücher verfasst. Nun hat sie eine Schreibblockade. Doch im Moment des geplanten Todessprungs ertönt von weit her eines der kitschigsten schottischen Volkslieder: Mhairis Wedding. "Ich konnte mich nicht mit solcher Begleitmusik umbringen, das war einfach eine Stilfrage", bekennt Kennedy. ...

(Mehr zu dieser Radiosendung auf Ö1, am Freitag, dem 5.5. von 22.15-22.55 hier)
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Geklaut beim Salbader
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Das Weblog Freitod definiert schon mit seinem Namen das Thema, das es enthält: Aspekte des Suizids sollen in gesellschaftlicher, kultureller und wissenschaftlicher Hinsicht erörtert werden. Freitod ist ein kollaboratives Weblog, das allen registrierten Antville-Usern ermöglicht, sich zu beteiligen, indem sie entweder Einträge verfassen oder Kommentare zu den Einträgen schreiben können. Abgrenzend sei gesagt, dass nicht um Sinn und Daseinsberechtigung des Freitodes diskutiert werden soll und dass es sich auch nicht um ein Selbshilfeforum für Gefährdete oder betroffene Angehörigen handelt.

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Zuletzt aktualisiert: 2008.09.04, 17:43 Uhr
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